«Wish you well»: Ricola verabschiedet sich endgültig von «Chrüterchraft»

«Chrüterchraft» konnte sich nie richtig durchsetzen. Ricola setzt nun auf eine ruhigere Tonalität – und will dank Halal-Zertifizierung auch in der islamischen Welt attraktiv bleiben.

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Seit Anfang Oktober ist die neue Kampagne zu sehen. «Wish you well», «Alles Gute» der neue Slogan, welche «Chrüterchraft» abgelöst hat. Dieser folgte 2013 auf den Werbecoup «Wer hat’s erfunden?» mit Volksschauspieler Erich Vock. Das damalige Slogan-Schwergewicht ist heute noch in der Alltagssprache des DACH-Raums anzutreffen. «Chrüterchraft», 2013 lanciert, konnte sich hingegen nie richtig durchsetzen.

Unter der Leitung von Publicis, der neuen globalen Lead-Agentur von Ricola, verabschiedet sich der Bonbon-Hersteller von der saloppen Tonalität und wird ruhiger. Im Fokus stehen neu gesundheitliche Aspekte: Ricola ist gut für die Stimme, gegen Heiserkeit und gegen Halsschmerzen.

Die von der Zürcher Publicis-Niederlassung aus orchestrierten globalen Werbeaktivitäten passen dabei perfekt zur Strategie, welche Ricola mit den Produkten einzuschlagen scheint. Wie die Schweiz am Wochenende schreibt, drängt man in den USA beispielsweise in den Gesundheitsmarkt. Dort bietet Ricola Immundragees an, welche nicht nur das körperliche Abwehrsystem stärken sollen, sondern auch gegen Müdigkeit wirken sollen. In der Schweiz ist die Einführung des Produktes vorerst nicht geplant. Hingegen bietet man hierzulande seit Kurzem Bonbons mit der Heilpflanze Echinacea an.

Halal für viel Marktpotenzial

Für den indonesischen Markt geht man noch einen Schritt weiter. Für den wichtigen Markt, auf dem man schon seit 40 Jahren tätig ist und dessen Absätze stetig steigen, durchläuft man derzeit einen aufwendigen Zertifizierungsprozess, um Ricola künftig unter dem Label «halal» anbieten zu können. Dieses ist nötig, um die Bonbons überhaupt noch in Indonesien verkaufen zu dürfen: Ab 2019 müssen alle im Land vertriebenen Produkte per Gesetz halal-zertifiziert sein. Da Ricola ausser Honig und Butterfett keine tierischen Produkte enthält, muss keine neue Rezeptur entwickelt werden. Dennoch sind die Vorgänge langwierig. Verschiedene Ausrichtungen des Islams verlangen verschiedene Zertifikate. So reicht etwa das Zertifikat des Halal Food Council of Europe, das man noch dieses Jahr erhalten will, für den indonesischen Markt nicht aus. Dort wird nur das Urteil der lokalen Zertifizierungsstelle akzeptiert.

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Der Grund, wieso man sich den Forderungen der islamischen Märkte beugt, ist denkbar einfach. Laut Schweiz am Wochenende erklärt Ricola in einem Mitarbeiterheft, es dürfe nicht vergessen werden, dass es weltweit 1,6 Milliarden Muslime gebe und das Marktpotenzial entsprechend gross sei. (hae)

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