«Anfragen hat es immer gegeben, aber nichts hat so gepasst wie Farner»

Knall in der Schweizer Agenturlandschaft: Farner übernimmt Rod Kommunikation. Werbewoche.ch hat Rod-Gründungspartner David Schärer gefragt, wie es dazu kam – und wie es nun weitergeht.

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Farner expandiert weiter. Nachdem die Agentur-Gruppe im Juni bereits die Mehrheit an der Zürcher Data & Technology-Agentur Du Da Group übernommen hat, hat sie am Dienstag den Kauf der renommierten Kreativagentur Rod Kommunikation bekanntgegeben (Werbewoche.ch berichtete). Farner übernimmt alle Rod-Aktien, die bisherigen Eigentümer Regula Bührer Fecker, David Schärer und Pablo Koerfer beteiligen sich als Partner an Farner. Sie werden Rod weiterhin gemeinsam mit ihrem Führungsteam Marco Meroni, Mateo Sacchetti und der jüngst in die Geschäftsleitung berufenen Tiffany Lüthi an der Zürcher Bürglistrasse leiten.

Werbewoche.ch hat Rod-Gründungspartner David Schärer zur Übernahme befragt. Er war wie Farner-CEO Roman Geiser dieses Jahr zum «Werber des Jahres» nominiert. Die beiden kennen und schätzen sich schon lange – nicht erst aus dem LSA-Vorstand. Nun kreuzen sich auch die Wege ihrer Agenturen.


Werbewoche.ch: David Schärer, Rod gehört neu zu Farner. Wäre Rod als unabhängige Agentur auf die Dauer nicht überlebensfähig gewesen?

David Schärer: Alle Agenturen sind gefordert, sich den neuen Zeiten anzupassen und gerade in Technologie zu investieren. Das kann man selber machen oder Partnerschaften eingehen. Wir haben zudem mit Farner die Möglichkeit, unseren Kunden die komplettesten Kommunikationslösungen zu bieten.

 

Rod hat in den letzten Wochen agenturinterne, personelle Umstrukturierungen vorgenommen. Hatten diese einen direkten Zusammenhang mit der Übernahme durch Farner?

Nein, in keiner Weise. Wir verändern uns permanent, zum Beispiel haben wir in den Ausbau der Disziplin Content investiert.

 

Wann ist aus Rod-Sicht der Entscheid gefallen, sich Farner anzuschliessen?

In vielen guten Gesprächen hat sich herauskristallisiert, dass wir auf menschlicher Ebene zusammenpassen und der Zusammenschluss strategisch Sinn macht. Abgezeichnet hat sich dies in diesem Sommer.

 

Waren sich die Rod-Partner schnell einig oder brauchte es längere Diskussionen?

Wir waren uns sehr schnell einig, mit Roman (Anm. d. Redaktion: Roman Geiser, CEO und Managing Partner Farner Consulting) und all den Menschen bei Farner geigt es auch auf der persönlichen Ebene. Aber entscheidend ist, dass wir den Kunden mit diesem Schritt ein wirklich gutes Angebot machen können.

 

Hätte es auch Schweizer Agenturen gegeben, bei denen Sie eine Übernahme Rod zuliebe abgelehnt hätten?

Farner war und ist für die einzige Option. Anfragen hat es selbstverständlich immer gegeben, nichts hat so gepasst wie Farner. Uns verbindet die unternehmerische DNA.

 

Rod soll das Profil und die Handschrift weiterhin eigenständig pflegen. Ist dies überhaupt möglich, wenn man nicht mehr wie bisher unabhängig ist?

In Gesprächen mit Roman war von Beginn weg klar, das der Markenkern von Rod erhalten bleiben muss, damit beide Agenturen weiterhin erfolgreich sein können. Die Synergie liegt nicht in der Gleichmacherei, sondern in der Komplementarität. In einer Kommunikationswelt, die komplexer wird, sind unterschiedliche Perspektiven entscheidend und das ist für unsere Kunden von höchstem Nutzen.

 

Sie geben als Mitgründer ihr «Lebenswerk» ein Stück weit in fremde Hände, auch wenn Sie weiterhin als Farner-Partner an Bord sind. Tun Sie dies ein Stück weit auch mit einem weinenden Auge?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin in der Mitte meiner Karriere und habe mit Regula und Pablo (Anm. d. Red.: Regula Bührer Fecker und Pablo Koerfer, zusammen mit Schärer die bisherigen Eigentümer von Rod) nun die Möglichkeit, mit den spanndendsten und besten Menschen in dieser zusammenzuarbeiten.

 

Spielten für die bisherigen Eigentümer auch persönliche finanzielle Interessen eine Rolle beim Entschluss, Rod zu verkaufen?

In der Mitte der Karriere steht im Zentrum, die Zukunft zu gestalten. Dass wir uns als Partner unternehmerisch bei Farner engagieren können, war für uns ausschlaggebend.

 

Arbeitet Rod in Zukunft in irgendeiner Weise mit der hausinternen, aufstrebenden Kreativabteilung von Farner zusammen?

Beide Agenturen pflegen weiterhin ihre eigenständige Handschrift. Situationsbedingt oder wenn ein Kunde es wünscht, kann eine Zusammenarbeit durchaus Sinn machen.

 

Haben Sie keine Bedenken, dass Sie eines Tages in Farner integriert werden und die Marke Rod vom Markt verschwindet?

Dies steht überhaupt nicht zur Diskussion. Beide Agenturmarken sind so profiliert, dass es Sinn macht, ihre Eigenständigkeit zu bewahren.

 

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