Grüsse aus dem Homeoffice – Folge 11: Katja Metz, Leo Burnett

Auch Katja Metz, Managing Director von Leo Burnett Schweiz, arbeitet zur Zeit zuhause in den eigenen vier Wänden. In der elften Folge der Serie «Grüsse aus dem Homeoffice» stellt sie den Leserinnen und Lesern von Werbewoche.ch ihren aktuellen Arbeitsplatz vor.

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Katja Metz, lebt seit eineinhalb Jahren in der Schweiz und ist als Managing Director bei Leo Burnett tätig. Zuvor war sie über 20 Jahre lang in Kreativ- und Network-Agenturen in Frankfurt und Berlin tätig.

 

Werbewoche.ch: Seit wann befinden Sie sich im Homeoffice?

Katja Metz: Die Agentur ist seit dem 16. März im Homeoffice. Ich persönlich habe mich am 17. März ins Homeoffice begeben, da ich in Lappland im Urlaub war. In dieser Zeit wurde das Homeoffice ausgerufen. Ich  hätte nicht gedacht dass ich nicht mehr an meinen Schreibtisch zurück kehre, hatte aber zum Glück meinen Laptop dabei.  

 

Befindet sich Ihre ganze Agentur im Homeoffice?

Ja, wir haben uns komplett in Homeoffice begeben. Aus fast 300 Mitarbeitern am Stadelhofen sind nun fast 300 individual Offices entstanden. In der Agentur ist nur noch der Empfang besetzt, um die Post in Empfang zu nehmen.

 

Hatten Sie bei der Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes mit technischen Problemen zu kämpfen?

Unsere IT hat einen super Job gemacht und alle Mitarbeiter in Windeseile mit der nötigen Hard- und Software versorgt. Und wenn es doch mal ein Problem gibt, wird es sofort gelöst. Den Jungs müsste man eigentlich auch mal applaudieren.

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Wo haben Sie sich eingerichtet?

Ich habe ein schön helles Zimmer mit einem Schreibtisch. Das ist eigentlich das Gästezimmer. Da es aber momentan nicht möglich ist Gäste zu empfangen, ist es das Büro. Ich ziehe aber immer mal um: in die Küche, ins Wohnzimmer, auf den Balkon. Ein bisschen Abwechslung tut gut. In der Agentur ist man ja auch immer mal an einem anderen Ort.

 

Was benötigen Sie alles, um Ihrer Tätigkeit nachgehen zu können?

Meinen Laptop, mein Handy und eine Tasse Kaffee.  Aber am allermeisten benötige ich mein Team. Ohne das Team läuft gar nichts, egal ob Face to Face oder gezwungenermassen auf dem digitalen Weg.

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Haben Sie Home-Office-Erfahrung oder handelt es sich um eine Premiere?

Vor allem in meiner Position muss man flexibel sein. Ich bin in der Regel auch erreichbar, wenn ich unterwegs bin – ausser im Urlaub. Lediglich dass man so lange an einen Ort gebunden ist, ist eine grosse Umstellung.

 

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen: Welche Prozesse gestalten sich im Vergleich zum normalen Agenturalltag schwierig?

Es ist natürlich viel einfacher, wenn man mal kurz bei der Kreation auf den Bildschirm schauen kann. Man kann sich mal schnell etwas zurufen oder die Mitarbeiter kommen kurz mal in mein Büro mit einer Frage. Das muss man jetzt alles planen und ist viel zeitaufwändiger, die Spontanität geht verloren und was dadurch entsteht. Zudem ist das ständige Sitzen am Bildschirm und eine andere Art von Konzentration die man aufbringen muss extrem anstrengend. Abends bin ich immer viel kaputter als nach einem Agentur-Tag.

Welche Arbeiten klappen problemlos?

Es klappt eigentlich fast alles erstaunlich gut. Selbst hitzige Diktionen mit der Kreation bei einer Abstimmung 😉

 

Gibt es etwas, was sogar einfacher oder produktiver funktioniert im heimischen Büro?

Die Kaffeemaschine steht näher.

 

Was tun sie dagegen, dass Ihnen nicht die Decke auf den Kopf fällt?

Ich mache regelmässig Online Pilates oder Yoga, selbst das funktioniert recht gut. Nach einem ganzen Tag Schreibtisch tut die Bewegung dann am Abend extrem gut. Ansonsten mach ich mit Freunden virtuelle Dinner und Apéros. Und Musik ist ganz wichtig. Ich brauche mehrmals am Tag Musik, manchmal auch etwas lauter. Jeden Morgen höre ich erst mal «Wake uP» von Arcade Fire auf Disco-Lautstärke.

Was vermissen Sie am meisten am physischen Agenturalltag?

Die Lebendigkeit und der Trubel, der in der Agentur herrscht, fehlen komplett. Video-Call sind schön und gut, aber ersetzen niemals ein persönliches Gespräch. Ich vermisse zudem die Meetings mit den Kunden, denn gemeinsam an einem Tisch lässt es sich allemal besser austauschen, als gemeinsam in einem Skype Call, in dem man den einen nicht sieht und den anderen nicht hört.

 

Bekanntlich hat alles auch seine positiven Seiten. Was ist es in Ihrer aktuellen Home-Office-Situation?

Was meine Kollegen betrifft finde ich, dass sich ein ganz toller Umgang miteinander entwickelt hat. Jeder ist für den anderen da, versucht zu helfen wo er kann, man findet gemeinsam Lösungen. «We are all in there together» wird wirklich gelebt. Man ist gemeinsam in dieser Situation und versucht auch gemeinsam das Beste daraus zu machen. Ich muss sagen, ich bin ziemlich stolz auf mein Team und meine Kollegen. Wir wachsen gerade noch mehr zusammen im Sinne unseres Mottos «Power of One». Es geht einfach nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen.

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Was möchten Sie Ihren Branchenkolleginnen und -kollegen mit auf den Weg durch die Krise geben?

Versucht alles was sich jetzt Positives aus der besonderen Situation und somit aus der neuen Art der Zusammenarbeit entsteht, mitzunehmen wenn wir zurück in die «Normalität» gehen. Es entstehen gerade so tolle Momente des Miteinanders. Ich spüre so viel Empathie und Hilfsbereitschaft, das müssen wir uns unbedingt erhalten auch für die Zeiten nach Corona.

Das Coronavirus hat die Gesellschaft fest im Griff. Wer zuhause bleiben kann, bleibt zuhause. Auch die Werbe- und Kommunikationsbranche verlagert den Betrieb grossflächig ins Homeoffice. Mit der Serie «Grüsse aus dem Homeoffice» beleuchtet Werbewoche.ch den Berufsalltag in den heimischen vier Wänden.

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