Städtetourismus leidet weiterhin stark unter Pandemie-Nachwirkungen

Die Schweizer Tourismusbranche hat trotz einer leichten Sommererholung von der Pandemie weiterhin mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen. Besonders der Städte- und Geschäftstourismus muss derzeit weiterhin drastisch zurückstecken.

Tourismus
Martin Nydegger an der ST-Medienkonferenz von Donnerstag. (Screenshot: Youtube.com)

Der Städtetourismus sei im Vergleich zu den ländlichen Destinationen noch besonders am Kämpfen, sagte der Direktor von Schweiz Tourismus (ST) an einer Medienkonferenz am Donnerstag in Zürich. Er könne hierbei die Bedeutung der Fernmärkte nicht genug unterstreichen: «Die ausländischen Gäste lieben unsere Städte. Sie kommen auch ausserhalb der Schulferien, sie buchen lange im Voraus, sie kommen selbst wenn das Wetter nicht hervorragend ist und sie buchen obere Kategorien.»

Aus diesem Grund sei der Schweizer Städtetourismus stark von den Ferngästen abhängig. Besonders Überseegäste seien hier sehr wichtig. Von diesen seien aber im Vergleich zum Referenzjahr 2019 50 Prozent der Hotellogiernächte weggefallen. «Die Schweiz ist ein Exportland, wir sind in vielen Branchen auf das Ausland angewiesen. Dies ist für den Tourismus nicht anders», führte er weiter aus.

Zwar sei die Performance des Städtetourismus «ordentlich», wenn man bedenke, wie einschneidend die Pandemie für die Tourismusbranche war. Und in vielen wichtigen Märkten, wie zum Beispiel China, gebe es schliesslich weiterhin Lockdowns. Im Vergleich zu Berg-, See- und allgemein ländlicheren Destinationen sei die Entwicklung derzeit aber unterdurchschnittlich.

Running-Kampagne soll Städtetourismus antreiben

Der Bund habe ST daher mit einem «Recovery Plan» somit auch einen Sonderauftrag erteilt. Im Zuge dieses Auftrags solle ST vor allem ausländische Gäste bearbeiten und den Städte- und Geschäftstourismus erneut stärken. In den Vordergrund stellen soll die Organisation dabei das Thema Nachhaltigkeit. Hierzu habe man bereits verschiedene Aktivitäten aufgenommen, beispielsweise eine Kampagne mit dem Laufschuhhersteller On Running, die ab sofort für die nächsten Wochen läuft und «Wucht erzeugen» soll, wie der ST-Direktor erklärte.

Hierbei werden Schweizer Städte unter dem Motto «Run the Swiss Cities» aus dem Blickwinkel von Joggern dargestellt und Jogging-Routen, teils von prominenten Athleten, vorgestellt (Werbewoche.ch berichtete). Dies solle Geschäfts- und Freizeitreisende in die Städte locken. (SDA)

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