Coronakrise in Gastrobranche: 70 Prozent mehr freie Mietlokale

Seit Beginn der zweiten Welle stehen immer mehr Cafés, Restaurants und Bars leer. Das Angebot an leeren Mietflächen für Gastro-Lokale ist auf Rekordhoch. Nachdem ihre Lokale bereits zum zweiten Mal geschlossen sind, geben wohl viele Gastronomen ihre Räumlichkeiten auf.

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Seit November sind die Inserate für Restaurants, Hotels, Bars und Cafés in die Höhe geschossen. Im Januar lagen sie um ganze 70 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Immobilienplattform Immoscout24 am Montag mitteilte. Damit haben die Inserate von Gastro-Lokalen einen neuen Höchststand erreicht.

Bei den ausgeschriebenen Lokalen handelt es sich laut der Mitteilung fast nur um Mietobjekte. Weil die Miete ein wesentlicher Teil der Fixkosten ausmacht, seien wohl viele Gastronomen derzeit gezwungen, ihre gemieteten Lokale aufzugeben, wird Immoscout24-Chef Martin Waeber in der Mitteilung zitiert.

 

Mietpreise dürften sinken

Immerhin gibt es einen schwachen Trost für die Gastronomen, die ihre Räumlichkeiten nun aufgegeben haben: Wenn sie wieder ein Lokal eröffnen, dürften die Mietpreise wohl niedriger sein als zuvor. Denn einerseits stehen immer mehr Lokale leer, andererseits sinkt seit Beginn des zweiten Lockdowns auch die Nachfrage nach Mietobjekten aus der Gastronomie.

Und das dürfte laut den Immobilienexperten von Immoscout24 die Preise beeinflussen: «Wenn das Angebot weiterhin steigt und die Nachfrage nach diesen Immobilien gleichzeitig abnimmt, könnte dies mittelfristig auf die Mietpreise drücken», so Waeber.

 

Kein Einfluss auf Kaufpreise

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Gastronomielokalen, die zum Kauf stehen: Immobilienbesitzer wollen sich im Gegensatz zu Mietern viel seltener von ihren Immobilien trennen. Jedenfalls liegt die Anzahl an Inseraten für Immobilien, die zum Kauf angeboten werden, laut Immoscout24 nach wie vor auf dem Niveau von vor der Krise.

«Durch die tieferen Zinsen haben Eigentümer den Vorteil, dass sie geringere Kosten haben als Mieter», wird Waeber zitiert. Ausserdem bestünden solche Immobilien häufig nicht nur rein aus Gastroflächen, sondern beispielsweise auch noch aus Mietwohnungen, die von der Krise kaum betroffen seien. (SDA)

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