Déformation professionelle – Berufskrankheiten in Werbung und Marketing

Axel Eckstein, Executive Creative Director bei Leo Burnett Schweiz, schreibt in der Werbewoche über Pathologisches in Werbung und Marketing. In der zehnten Folge: Lach-Stau (risum interrupta).

Beschreibung

Ein Lach-Stau liegt vor, wenn ein humoristisches Element einer Präsentation (z. B. Pointe eines Werbespots) die für das Lachen typischen affektiven Mundbewegungen auslöst, diese aber nach einer bestimmten Zeitverzögerung von der Grosshirnrinde mit Gefühlen des Zweifels oder Trübsinns belegt werden.

Ursachen

Bislang sind zwei Ursachen von Lach-Stau bekannt. In den häufigsten Fällen gehen die von Lach-Stau Betroffenen davon aus, dass andere Menschen nicht über die gleichen Dinge lachen wie sie selbst. In den übrigen Fällen gehen sie davon aus, dass eine oral übermittelte Pointe in einer anderen Darstellungsform (i. d. R. Verfilmung) nicht reproduzierbar ist.

Diagnose

Zur Diagnose wird dem Patienten ein geeichtes Filmskript vorgetragen: Jemand lässt sich allerhand einfallen, um nicht aus dem Gefängnis entlassen zu werden, weil zu Hause keine schönen Möbel warten. Schmunzelt der Patient, macht danach aber Äusserungen wie «Gefängnisse sind für böse Menschen und deshalb nicht lustig», ist LachStau gesichert festgestellt.

Vorbeugung

Eine bewährte Möglichkeit, Lach-Stau zu vermeiden, ist das Vertrauen in die eigenen Gefühle. Vorbeugend wirkt auch die Auseinandersetzung mit dem, was man freiwillig weitergibt. Dazu gehören online geteilte Videoclips von Eltern, die ihre eigenen Kinder blossstellen, oder solche mit Hunden, die gegen Glastüren springen, aber auch Nacktselfies von Prominenten.

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