Frühlingsboten im Werbestrauss

Die kommerzielle Werbung begann sich im Januar aufzurappeln

Die kommerzielle Werbung begann sich im Januar aufzurappelnNach der unerfreulichen Gesamtbilanz des vergangenen Jahres vermeldet Media Focus für den Januar versöhnlichere Zahlen: Die Bruttowerbeeinnahmen liegen knapp über dem Vorjahresmonat.Anlass zum Jubeln ist allerdings noch nicht gegeben. Das Gesamtplus der kommerziellen Werbung beträgt gerade einmal 0,1 Prozent, und die diversen Mediengattungen sind sehr unterschiedlich ins neue Jahr gestartet.
Eine Kehrtwende konnten die Internetbanner vollziehen. Nach Monaten der Baisse mit Verlusten im zweistelligen Prozentbereich und einem glanzlosen Jahresabschluss von minus 38,1 Prozent haben sie die rasende Talfahrt mit quietschenden Reifen gestoppt. Die Bruttowerbeausgaben für Banner wuchsen im Januar sogar um 2,9 Prozent. Ein positives Zeichen, aber noch kein Garant für eine Trendwende – monetär beträgt der Gewinn gerade einmal 30000 Franken.
Auch die Tageszeitungen bekommen wieder etwas mehr Luft: Ihre Verluste gegenüber dem Januar 2001 haben sich auf minus
3 Prozent oder 3,5 Millionen Franken vermindert. Die Gewinner des Monats sind die Plakate, die stolze 13 Prozent oder 4 Millionen Franken mehr Bruttowerbeeinnahmen generierten. Die Publikumszeitschriften steuerten 2,9 Millionen Mehreinnahmen bei und steigerten sich um 7,6 Prozent. Positiv verlief der Januar auch für die Radiostationen, die 12,3 Prozent oder 972000 Franken zulegten.
Weniger glorreich sieht die Lage bei den Fernsehsendern aus. Bereits den zweiten Monat in Folge steckten sie Rückgänge ein. Im Januar beliefen sie sich auf minus 1,5 Prozent, das entspricht 621000 Franken.
Am untersten Ende der Rangliste haben Fachzeitschriften die Banner abgelöst. Ihre Bruttowerbeeinnahmen brachen um 19,3 Prozent ein, und 2,9 Millionen Werbefranken weniger flossen in die Kassen. Auch Kinos wurden einmal mehr auf einen Schattenplatz verwiesen. Gegenüber dem Dezember vergrösserten sich ihre Verluste und beliefen sich im Januar auf minus 18,6 Prozent. Teletext rutschte nach einem positiven Ergebnis im Dezember wieder in den roten Bereich und verlor 4 Prozent.
Die zaghafte Vorwärtsbewegung des Werbemarktes nährt Hoffnung, zeigt sich aber erst als eine zarte Knospe. Zu inkohärent sind die Ergebnisse der einzelnen Mediengattungen – die Mehreinnahmen von 367000 Franken gegenüber dem Vorjahresmonat sind den Zugpferden Plakat und Publikumszeitschriften zu verdanken. Über eine reale Trendwende müssen Werbeauftraggeber in den nächsten Monaten entscheiden. Bruno Amstutz
Bruttowerbeaufwand nach Medien

Januar 2001/Januar 2002 im Vergleich
in 1000 Fr. 2001 in 1000 Fr. 2002 +/– in %
Tageszeitungen 116 578 113 078 –  3,0
Publikumszeitschriften 38 634 41 562 7,6
Fachzeitschriften 15 030 12 135 – 19,3
TV 41 977 41 356 –  1,5
Radio 7 894 8 866 12,3
Kino 2 323 1 892 – 18,6
Teletext 3 202 3 074 –  4,0
Plakat 30 860 34 872 13,0
Internetbanner 1 046 1 076 2,9
Gesamt 257 544 257 911 0,1
Quelle: Media Focus

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