Grüsse aus dem Homeoffice – Folge 34: Pam Hügli, Serviceplan Suisse

Pam Hügli, CEO von Serviceplan Suisse, verrät in der 34. Folge von «Grüsse aus dem Homeoffice», wie sie sich in den heimischen Büroräumlichkeiten schlägt. So viel vorweg: «Ziemlich gut.»

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Pam Hügli ist CEO und Partner von Serviceplan Suisse. Sie ist seit über 20 Jahren in der Werbung und verfügt über langjährige Erfahrung in der Markenpositionierung und -führung von nationalen und internationalen Brands. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und der rege Austausch mit Kunden sind ihr dabei besonders wichtig. Neben Kommunikation ist Kochen eine ihrer grossen Leidenschaften. Das war sogar schon vor dem Homeoffice so.

 

Werbewoche.ch: Wie lange befinden Sie sich schon im Homeoffice?

Pam Hügli: Seit dem 16. März 2020, also schon bald zwei Monate. Aber das Zeitgefühl ist irgendwie schon nach zwei Wochen verloren gegangen.

 

Befindet sich Ihre ganze Agentur im Homeoffice?

Ja, ausser einzelne Mitarbeiter, die vor Ort im Haus der Kommunikation von Zeit zur Zeit fürs Rechte sorgen. Natürlich unter Berücksichtigung der bekannten Vorsichtsmassnahmen.

 

Hatten Sie damals bei der Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes mit technischen Problemen zu kämpfen?

Nein. Erstaunlicherweise nicht. Der Umzug ist sehr geregelt verlaufen. Bereits da hat sich die Solidarität untereinander gezeigt, indem Fahrgemeinschaften organisiert wurden, um Bildschirme oder andere Hardware ins Homeoffice zu bringen.

 

Wo haben Sie sich eingerichtet?

Bei mir zuhause am Esstisch.

 

Was benötigen Sie alles, um Ihrer Tätigkeit nachgehen zu können?

Einen Laptop und einen grossen Bildschirm. Und nach den ersten Wochen habe ich gemerkt, dass normale Stühle für meinen Rücken wohl nicht ideal sind. Meine Kollegen amüsieren sich nun darüber, dass ich während der Calls gymnastikballbedingt durchs Bild hüpfe. Zudem habe ich mir ein schickes Stehpult, Marke Eigenbau, zugetan: Hocker auf Esstisch. Läuft.

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Ist es schwierig, sich genügend abzugrenzen, wenn die Kinder zuhause sind?

Ich habe selber keine. Aber die Nachbarskinder haben kürzlich ein Trampolin bekommen. Das steht genau unter meinem Arbeitsplatz. Meine Freude darüber hält sich in Grenzen.

 

Haben Sie Homeoffice-Erfahrung oder handelt es sich um eine Premiere?

Absolute Premiere. Und ich schlage mich wirklich gut. Hätte ich, ehrlich gesagt, nicht gedacht.

 

Welche Prozesse gestalten sich im Vergleich zum normalen Agenturalltag schwierig?

Abstimmungen. Man befindet sich endlos in Calls.

 

Welche Arbeiten klappen problemlos?

Abstimmungen. Sie beginnen in der Regel pünktlicher.

 

Gibt es etwas, was sogar einfacher oder produktiver funktioniert im heimischen Büro?

Abstimmungen. Kaum ist eine vorbei, fängt die nächste an.

 

Was tun sie dagegen, dass Ihnen die Decke auf den Kopf fällt?

Ich verbringe täglich zwei bis drei Stunden draussen mit meinem Hund Lola und bilde sie auf unseren Spaziergängen zum Showdog aus (ein zweites Standbein kann nie schaden).

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Hat sich bei Ihnen schon so etwas wie ein Homeoffice-Koller bemerkbar gemacht?

Nein. Ich habe Netflix. Und einen vollen Weinschrank. Und meinen Geschäftspartner, Raul Serrat, der mir Anstellgut für meine eigene Sauerteigbrotproduktion in den Briefkasten gestellt hat (Bananabread ist für Anfänger).

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Was vermissen Sie am meisten am physischen Agenturalltag?

Obwohl wir manchmal sehr fröhliche Calls haben, fehlt mir das spontane Lachen mit Kollegen, herumscherzen und Sprüche klopfen auf dem Gang.

 

Sind Sie zuversichtlich, dass Ihre Agentur die Krise unbeschadet überstehen wird?

Es wäre vermessen zu behaupten, dass es spurlos an uns vorüber geht. Wir versuchen aber eine möglichst gute Ausgangslage für die Post-Corona-Zeit zu schaffen. Gemeinsam packen wir das.

 

Bekanntlich hat alles auch seine positiven Seiten. Was ist es in Ihrer aktuellen Homeoffice-Situation?

Mich beeindrucken der Zusammenhalt untereinander und die Achtsamkeit der Arbeitskollegen. Obwohl wir physisch getrennt sind, fühlt es sich für mich so an, als ob wir uns trotzdem alle näher gekommen sind. Das ist ein gutes Gefühl.

 

Wann und wieso haben Sie im Zusammenhang mit dem Homeoffice zum letzten Mal gelacht?

Ich lache eigentlich jeden Tag mit meinen Kollegen. Wir versuchen das Ganze positiv zu sehen. Aber letzte Woche hatte ich einen ganz persönlichen Aufsteller. An diesem Tag war meine Laune – zugegebenermassen wohl recht offensichtlich – ziemlich schlecht. Als ich nach dem Hundespaziergang heimkam, fand ich einen wunderschönen Blumenstrauss vor, mit aufmunternden Worten meiner GL-Gspänli Kerstin Schnyder und Sonia Ducu. Das hat mich wirklich aufgestellt.

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Auch wenn Sie keine Kristallkugel besitzen: Rechnen Sie damit, dass die aktuelle Situation noch lange andauern wird?

Wir halten uns an die Vorhersagen der Kristallkugel von Dani Koch und Alain Berset.

 

Was möchten Sie Ihren Branchenkolleginnen und -kollegen mit auf den Weg durch die Krise geben?

Wein. Hilft. Immer.

 

Das Coronavirus hat die Gesellschaft fest im Griff. Wer zuhause bleiben kann, bleibt zuhause. Auch die Werbe-, Kommunikations- und Marketingbranche verlagert den Betrieb grossflächig ins Homeoffice. Mit der Serie «Grüsse aus dem Homeoffice» beleuchtet Werbewoche.ch den Berufsalltag in den heimischen vier Wänden.

Alle Folgen im Überblick:

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