Bedeutung von Medien während des Lockdowns gestiegen

Während des Covid-19-bedingten Lockdowns hat die Bedeutung sämtlicher Medien für die Schweizer Bevölkerung zugenommen, allen voran jene der SRG-Medien (54 Prozent). Dies ergeben erste Analysen der diesjährigen MediaBrands-Studie von Publicom.

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Damit liegen die elektronischen Medien deutlich vor den unterhaltungsorientierten Streaming-Diensten. Bei diesen erreicht der Bedeutungsgewinn 31 Prozent, wie Publicom aufgrund der seit 2013 jährlich erhobenen MediaBrands-Studie am Mittwoch mitteilte. Die Zunahme bei sozialen Medien betrage 27 Prozent, bei Bezahlzeitungen 26 Prozent. Kostenlosen Zeitungen und Portalen hätten 25 Prozent zugelegt.

Als besonders glaubwürdig erachtet die Schweizer Bevölkerung weiterhin die regionalen, abonnierten Tageszeitungen und die öffentlich finanzierten Radio- und Fernsehsender, wie Publicom schreibt.

Die höchste Glaubwürdigkeit attestiere die Bevölkerung dem SRG-Medium RTS-Radio La 1ère, knapp vor Radio SRF 4 News und Radio SRF 1. Insgesamt liegt La 1ère fast gleichauf mit der Freiburger Regionalzeitung La Liberté, die das gesamtschweizerische Ranking anführt, wie es weiter heisst. Glaubwürdigstes Privatradio sei der bernjurassische Sender RJB.

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Mehr Vertrauen in einheimische Medien

Generell vertraue die Bevölkerung einheimischen Medien weitaus mehr als ausländischen – nur der TV-Sender ARD habe es unter die 50 glaubwürdigsten Medienmarken geschafft. Als wenig glaubwürdig erachte die Schweizer Bevölkerung weiterhin soziale Medien. Bei diesen belege Facebook auch dieses Jahr mit grossem Rückstand den letzten Platz.

 

Radionutzung bleibt stabil

84 Prozent (Vorjahr: 83 Prozent) der Befragten schalteten im Frühjahr in einem Zeitraum von drei Monaten mindestens einmal ein Radioprogramm ein. Das Radio erreicht damit mehr Menschen als gedruckte Zeitungen (72 Prozent), Social Media (59 Prozent), Zeitschriften/Magazine (50 Prozent), Streaming-Dienste (neu: 40 Prozent) oder Kino (10 Prozent). (SDA/swi)

In der diesjährigen MediaBrands-Studie untersuchte Publicom 174 Medienmarken auf ihre qualitative Ausstrahlung im Publikum. Die Befragung startete Ende April und dauerte bis Anfangs Juni. Die Erhebung basiert auf einer für die Bevölkerung von 15 bis 79 Jahren repräsentativen Stichprobe von 4806 Personen. Die statistische Fehlerquote liegt bei +/- 1,4 Prozent.

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