Der UPC-Kauf durch Sunrise steht plötzlich auf wackligen Beinen

Der Sunrise-Grossaktionär Freenet ist gegen eine Übernahme von UPC. Er will an der ausserordentlichen Generalversammlung gegen den Kauf stimmen.

upc-sunrise-freenet

Im Februar 2019 wurde bekannt: Sunrise will UPC übernehmen (Werbewoche.ch berichtete). Der Kaufpreis: 6,3 Milliarden Franken. Die angekündigte Grossfusion weckte das Interesse der Wettbewerbskommission (Weko) – sie beschloss im Juni, die Übernahme vertieft zu prüfen (Werbewoche.ch berichtete).

Dass dies nicht der einzige Stolperstein für das neue Telekom-Grossunternehmen sein könnte, berichtete die Handelszeitung bereits Anfangs Juli: Die Zeitung publizierte, dass der Kaufentscheid gegen den Willen des Sunrise-Haupteigners Freenet fiel (Werbewoche.ch berichtete). «Am 27. Februar habe ich als Freenet-Vertreter im Verwaltungsrat gegen die geplante Übernahme gestimmt», sagt Freenet-Chef Christoph Vilanek damals. Der deutsche Telekomanbieter hält rund einen Viertel aller Sunrise-Aktien.

Kaufpreis ist Freenet zu hoch

Jetzt doppelt Vilanek nach und mobilisiert gegen die Fusion. Der Kaufpreis sei zu hoch und zum Nachteil aller Sunrise-Aktionäre, sagte der Freenet-Chef am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Deshalb werde Freenet im Herbst gegen die geplante Übernahme, beziehungsweise gegen die dafür nötige Kapitalerhöhung von 4,1 Milliarden zur Finanzierung des Kaufs stimmen. Zuvor hatte man offengelassen, wie man stimmen wird, denn Vilanek wollte erst noch die UPC-Halbjahresergebnisse abwarten.

Wie die Schweiz am Wochenende analysiert, könnte Freenet damit den Deal zum Scheitern bringen. Zwar reicht der Aktienanteil von 24,5 Prozent nicht aus, um den Antrag zu kippen, jedoch hätte der Sunrise-Eigner bei der Abstimmung eine massive Macht, da nie alle Aktionäre zur Generalversammlung kämen. Mit anderen Worten: Aus dem eigentlichen Viertel könnte vor Ort auch schnell die Hälfte oder mehr werden.

Sunrise nimmt’s zur Kenntnis

Am Freitag äusserte sich Sunrise zum Freenet-Statement. In einer Stellungnahme schrieb das Unternehmen, man habe die Ankündigung «zur Kenntnis genommen». «Sunrise ist nach wie vor davon überzeugt, dass die Übernahme von UPC Schweiz eine stärkere und wertvollere Sunrise schafft, die von einer überzeugenden strategischen Logik profitiert», heisst es weiter. Ansonsten gab sich Sunrise wortkarg. Man werde anlässlich der Publikation der Zahlen des zweiten Quartals 2019 über die Übernahme von UPC Schweiz informieren.

(Visited 19 times, 1 visits today)

Weitere Artikel zum Thema