Südostschweiz formiert sich neu

Der Medienverbund Südostschweiz wird auf Beginn des kommenden Jahres neu aufgestellt. Vier Titel werden ausscheiden, wie Südostschweiz am Dienstag mitteilte. Andrea Masüger, CEO Südostschweiz Medien, nimmt gegenüber Werbewoche.ch Stellung.

Ab 1. Januar 2014 wird der Medienverbund Südostschweiz die regionalen Titel Südostschweiz Graubünden, Südostschweiz Glarus, Südostschweiz Gaster und See, March Anzeiger, Höfner Volksblatt und Sarganserländer umfassen. Die Titel Werdenberger & Obertoggenburger, Bote der Urschweiz, Liechtensteiner Vaterland und Rheintalische Volkszeitung scheiden aus dem Verbund aus.

Der Südostschweiz-Verbund besteht seit 1997 und umfasste die oben erwähnten Titel. Seine Laufzeit ist bis Ende 2013 beschränkt. Die neu zum Verbund gehörenden Titel haben per 1. Januar 2014 einen neuen Zusammenarbeitsvertrag ausgehandelt, der im wesentlichen den gemeinsamen, in Chur hergestellten redaktionellen Mantelteil sowie die Vermarktung durch die Anzeigenfirma Südostschweiz Publicitas betrifft. Publicitas wird weiterhin als Vermittlerin für den Verbund tätig sein. Die aussscheidenden Verlage haben beschlossen, eine Zusammenarbeit mit der NZZ-Mediengruppe einzugehen.

Das künftige Südostschweiz-Gebiet erstreckt sich von den Bündner Südtälern bis zum oberen Zürichsee und umfasst die Kantone Graubünden und Glarus, das Sarganserland im St. Galler Rheintal, weite Teile der St. Galler Linthebene sowie die Region Ausserschwyz. Es handelt sich um ein wirtschaftlich abgeschlossenes Gebiet an der wichtigen Nord-Südachse entlang der Autobahnen A3 und A13, das für Werbekunden sehr attraktiv sein wird. Die Auflage des Verbundes beträgt 82'083 Exemplare. Die Reichweite beträgt rund 160'000 Leser. Derzeit werden für die Werbewirtschaft interessante Anzeigenangebote für den neuen Zeitungsverbund erarbeitet.

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Andrea Masüger, CEO Südostschweiz Medien, zu der auch die Werbewoche gehört.

Werbewoche: Andrea Masüger, wie kam es zur aktuellen Situation?
Andrea Masüger: Dass der Werdenberger & Obertoggenburger (WO) und die Rheintalische Volkszeitung (RVZ) aus dem Südostschweiz Medien Verbund austreten werden – der WO gehört zur NZZ-Gruppe und die RVZ arbeitet eng mit dem Rheinthaler(ebenfalls NZZ) zusammen – war uns spätestens dann klar, als beide bei der neuen Ostschweiz am Sonntag mitmachten. Als diese Titel vor Jahren zum Südostschweiz-Verbund kamen, waren sie noch eigenständig.

Warum tritt das Liechtensteiner Vaterland aus?
Die genauen Beweggründe kenn ich nicht. Wir haben mit ihnen verhandelt und ihnen ein in unseren Augen gutes Angebot gemacht. Wieso sie jetzt Richtung St. Gallen gehen, weiss ich nicht.

Warum tritt der Bote der Urschweiz aus dem Verbund aus?
Der Bote gehört nicht zur NZZ. Hugo Triner der Verleger hat eine gewisse Nähe zu Luzern und es ist anzunehmen, dass sich die Konkurrenzsituation in der Innerschweiz ändern wird. Es liegt auf der Hand, dass mit der Neuen Schwyzer Zeitung, die ja ein Kopfblatt der Luzerner Zeitung ist, etwas passieren wird. So dürfte es zu einer Marktbereinigung kommen und Triner kann von der neuen Situation profitieren. (Nachtrag der Redaktion: Werbewoche.ch zur neuen Situation des Boten der Urschweiz)

Was heisst die neue Situation für die Druckerei in Haag?
Bei der Druckerei in Haag haben wir längerfristigere Verträge. Die einzelnen Partner, die bisher in Haag druckten, werden weiterhin dort bleiben. Dann sehen wir weiter. Der Bote der Urschweiz hat sowieso eine eigene Druckerei.

Wie sehen Sie die neue Situation?
Bei den Tageszeitungen bleiben wir unter den Top Ten in Bezug auf Auflage und Leserschaft. Gewisse Überschneidungen im St.Galler Rheintal und in der Innerschweiz fallen weg, das Gebiet wird homogener und für die Werbewirtschaft auch klarer definiert. Dies entspricht auch einem Wunsch unserer Inserenten. Auch die neue Grossauflage mit 190'000 Lesern ist ein interessantes Angebot für die Werbewirtschaft. Wir gehen mit Optimismus in die neue Situation.

Interview: Pierre C. Meier

 

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