Dabei sein ist nicht alles: Sieben Social-Media-Tipps für Marken

Marken begehen auf Social Media oft den Fehler, wenig authentische Geschichten mit einem Gesicht zu erzählen, mit dem sich das Publikum nicht identifizieren kann. Das Resultat: viel Aufwand in einem Kampf um Aufmerksamkeit, der nicht gewonnen werden kann. Yoeri Callebaut von Kingfluencers zeigt auf, was es als Marke braucht, um Social Media nicht nur zu nutzen, sondern sich richtig zunutze zu machen.

1. Zielgruppe kennen und wissen, wo sie zu finden ist

Es gibt nicht die «beste» Plattform, die oder der beste Influencer*in oder das beste Kampagnenformat. Marken müssen Zeit in die Recherche von möglichen Optionen investieren und eine Auswahl treffen, die ihnen am besten hilft, ihre Ziele zu erreichen. Die genaue Identifizierung der Zielgruppe ist ein wichtiger erster Schritt, gefolgt von der Entscheidung der besten Plattformen, um sie zu erreichen.

Für jüngere Tanzinteressierte ist TikTok eine Selbstverständlichkeit. 60% der Nutzer*innen sind Gen Zers und die beiden TikTok-Accounts mit den meisten Follower sind junge Tänzer.

Für jüngere Tanzinteressierte ist TikTok eine Selbstverständlichkeit. 60% der Nutzer*innen sind Gen Zers und die beiden TikTok-Accounts mit den meisten Follower sind junge Tänzer.

2. Relevant bleiben

Was die meisten Nutzer*innen auf einer Plattform tun, ist sehr wichtig zu berücksichtigen. Die Chancen von Marken, erfolgreich zu sein, erhöhen sich enorm, wenn sie die Art von Content bereitstellen, den die Zielgruppen auf der Plattform aktiv suchen und konsumieren, wie zum Beispiel Videospiele auf Twitch. Die Plattform hat über 9 Millionen aktive Nutzer*innen und alle Top 5 sind Gamer*innen (Werbewoche.ch berichtete).

Die Segmentierung von Zielgruppen innerhalb jeder Plattform kann die Relevanz sogar noch weiter steigern. Auf Facebook können Marken beispielsweise problemlos eine benutzerdefinierte Liste von Personen, die zuvor bereits das Unternehmen angeschrieben haben, erstellen, um dadurch potenzielle Kund*innen zu reaktivieren.

3. Kampagnen interaktiv gestalten

Social Influence Marketing bietet einen agilen Echtzeit-Kommunikationskanal mit den Konsument*innen. Beim Influencer Marketing – sowie auch bei Social Media im Allgemeinen – sollten Marken mit den Konsument*innen interagieren und eine effektive Zwei-Wege-Kommunikation anstreben. Zu oft spielen Marken aber Content an ihr Publikum aus, ohne sich dabei die Mühe zu machen, zuzuhören – um damit herauszufinden, was das Publikum wirklich will. Interaktive Kampagnen führen hingegen zu mehr Engagement, Markenbefürwortung und Sympathie sowie auch zu mehr Conversions und einer besseren Kundenbindung.

Social Media bietet Marken die einzigartige Möglichkeit, Kampagnen interaktiv und kollaborativ zu gestalten. Indem Marken Partizipation und Interaktion fördern sowie nutzergenerierten Content integrieren, können sie ihre Kampagnen von Markenmonologen in echte Unterhaltungen verwandeln. Die enge Verbindung, die Influencer*innen mit ihren Communities haben, ist somit ideal, um das Publikum in Gespräche einzubinden und Kampagnen interaktiv zu gestalten. Influencer*innen können Interaktionen auf verschiedene Weise generieren. Dazu gehören beispielsweise Challenges, Wettbewerbe, Umfragen und Q&A-Sessions.

4. Die neuesten Technologien nutzen

Durch die Neuerscheinung der Oculus Quest im Mai 2019 hat Virtual Reality (VR) immer mehr an Popularität gewonnen. VR ermöglicht es, sich mit anderen Menschen auf der ganzen Welt auszutauschen und zu interagieren, was angesichts der anhaltenden Notwendigkeit von Social Distancing besonders wichtig erscheint. Daher testet Facebook derzeit die Oculus-VR-Plattform, um eine virtuelle Welt zu kreieren, wo sich Menschen miteinander in Verbindung setzen und Games spielen können.

Noch zugänglicher ist hingegen Augmented Reality (AR), da es neben dem Smartphone keine weitere Hardware benötigt. AR-Filter können verwendet werden, um die Interaktion mit Fans oder neue Produkte zu fördern.  Die «Jump into Africa»-Kampagne der Schokoladenmarke Kinder beispielsweise ermöglichte den Konsument*innen, animierte 3D-Safari-Tiere zu entdecken, während sie sich in Tesco-Supermärkten in Grossbritannien aufhielten.

5. Stets auf dem Laufenden bleiben

Marken sollten sich den verschiedenen Änderungen und neuen Features von Social-Media-Plattformen stets bewusst sein, da sich die Gegebenheiten schnell ändern. Twitter zum Beispiel, kündigte am 25. Februar 2021 bezahlte Super Follows an, womit Nutzer*innen für Tweets bezahlen müssen. Des Weiteren kam «YouTube Shorts», das als Konkurrenzangebot für TikTok gilt, am 18. März 2021 auf den amerikanischen Markt.

«YouTube Shorts wurde erstmals im September eingeführt und wurde in den letzten Monaten in Indien verschiedenen Beta-Tests unterzogen, wo sich die Akzeptanz für das Produkt seitdem verdreifacht hat.»

YouTube Shorts wurde erstmals im September eingeführt. In den letzten Monaten wurden in Indien verschiedene Beta-Tests durchgeführt, wodurch sich die Akzeptanz für das Produkt seither verdreifacht hat.

Zudem hat TikTok letztens «TikTok For Business» auf den Markt gebracht, um Tipps wie beispielsweise Informationen zu verschiedenen Elementen für den Aufbau einer Marke, einschliesslich Einblicke zu kreativen Inputs, Strategien für Werbeanzeigen und wichtige Trends aufzuzeigen. Der TikTok Ads Manager fungiert als einfaches Self-Service-Tool, mit dem Marken ihre Anzeigen direkt im TikTok-Feed erstellen und posten können.

6. Menschen in den Fokus setzen und Stories nutzen

Stories von menschlichem Interesse helfen dem Publikum, sich mit der Marke zu identifizieren und die Interaktion zu fördern, indem zum Beispiel Personen gezeigt werden, die das Produkt gerade nutzen, anstatt lediglich Fotos oder Videos des Produktes selbst zu posten.

Social-Media-Stories können eine starke emotionale Bindung zur Marke schaffen und ihren Zweck fördern. Eine Studie von SocialInsider ergab zudem, dass Bilder in Stories eine um 5,65 Prozent höhere Tap-Forward-Rate haben als Videos. Bilder von Personen, die ein Produkt in nachvollziehbaren Situationen verwenden, können Nutzer*innen dabei helfen, eine Verbindung herzustellen. Diese Personen könnten beispielsweise angeheuerte Schauspieler, bezahlte Influencer*innen oder zufriedene Kund*innen sein – alle sind von Vorteil.

Konsument*innen geben 2,4-mal häufiger an, dass sie nutzergenerierte Inhalte (UGC) authentischer finden als von Marken erstellten Content. Darüber hinaus setzen sich wahrscheinlich viele Mitarbeiter*innen auf allen Ebenen bereits für ihren Arbeitgeber*innen und deren Produkte oder Services ein. Marken sollten diese Begeisterung unbedingt aufnehmen und ausbauen, denn Personen, die das Produkt ihres Arbeitgebers herstellen, sind äusserst glaubwürdige Quellen.

Konsument*innen geben 2,4-mal häufiger an, dass sie nutzergenerierte Inhalte (UGC) authentischer finden als von Marken erstellten Content. Darüber hinaus setzen sich wahrscheinlich viele Mitarbeiter*innen auf allen Ebenen bereits für ihren Arbeitgeber*innen und deren Produkte oder Services ein. Marken sollten diese Begeisterung unbedingt aufnehmen und ausbauen, denn Personen, die das Produkt ihres Arbeitgebers herstellen, sind äusserst glaubwürdige Quellen.

Menschen sehen gerne andere Menschen. Untersuchungen, die im Journal of Advertising Research veröffentlicht wurden, zeigen, dass Werbung mit Gesichter von Menschen und ‚ ‹gesichtsähnlichen› – das heisst illusorischen – Bildern in kürzester Zeit mehr Aufmerksamkeit erregen und vor anderen Werbeanzeigen präferiert werden.

7. Authentizität und Werte verkörpern

Konsumenten wollen Marken unterstützen, die ihre eigenen Werte verkörpern. Inc. zufolge wollen Gen-Zers «Authentizität im Marketing sehen, einschliesslich Beweise und eine Kultur, welche die Behauptungen über starke Unternehmenswerte untermauert.» 67 Prozent stimmten zu, dass «sich selbst und seinen Werten und Überzeugungen treu zu bleiben, eine Person cool macht». Das Gleiche empfinden sie bei Marken.

74 Prozent der Befragten einer Twitter-Umfrage wünschen sich, dass Marken Taten der Freundlichkeit zeigen, und 77 Prozent empfinden Marken, die versuchen, die Gesellschaft in dieser Krise zu unterstützen, als positiver.

Auch wenn es verlockend ist, sich auf Statistiken wie Follower und Likes zu konzentrieren: man muss daran denken, dass der interaktive Austausch eine Wechselbeziehung ist. Die Interaktion mit der Community trägt zudem auch zum Aufbau von Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei.


* Yoeri Callebaut ist Chief Growth und Marketing Officer bei der Influencer-Marketing-Agentur Kingfluencers. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Gent, Belgien, hat einen MBA in Business Management und ist heute spezialisiert auf Branding und Marketing mit Fokus auf Strategie, digitale Medien und Storytelling. 

Weitere Artikel zum Thema