Nachbau

Wie man einen Werbespot besonders schamlos kopiert, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Frankreich.

Der anonyme Blogger mit Pseudonym «Joe La Pompe» enttarnt auf seinem Blog seit 1999 sogenante Copycats, also Plagiate in der Kreativbranche. Ein häufiges Phänomen, das ab und zu sicherlich auch mit Zufall erklärt werden kann: Die Gefahr, dass zwei Menschen früher oder später die selbe gute Idee haben, ohne voneinander zu wissen, besteht. Die Besucher des Blogs können bei jeder Gegenüberstellung abstimmen, ob es sich um Zufall oder Vorsatz handelt.

Im neusten Fall scheint der Fall klar. Denn die Parallelen sind etwas allzu offensichtlich. Das französische Notariat Immonot hat einen Werbespot der norwegischen Agentur Try aus dem Jahr 2011 «nachgebaut» und so einen eigenen TV-Spot erschaffen. Das Besondere: Immonot hat nicht nur die Idee des mehrfach prämierten Spots mit George Clooney kopiert, sondern den Originalspot Einstellung für Einstellung reproduziert. Das Ganze in einer Qualität, die eher danach aussieht, als hätte eine Schulklasse die Aufgabe erhalten, berühmte Werbespots nachzustellen. Joe La Pompe hat sich die Mühe gemacht, die entsprechenden Frames der beiden Versionen als Screenshots gegenüberzustellen (Bild oben).

Gemäss den Angaben des Portals wurde der zweite Spot zumindest inhouse und nicht von einer Agentur kreiert. Das glaubt man sofort. Und vermutlich wurde das Werk auch eher für die regionale TV-Bühne produziert. Nach dem Motto: «Merkt sicher niemand». In der heutigen Zeit mit Sicherheit nicht die beste Idee, denn im Internet fliegt früher oder später alles auf – erst recht in dieser Branche. (hae)

 

 

Mo 09.01.2017 - 15:21

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