Impressum und Syndicom entsetzt über Einstellung von L’Hebdo

Der Journalistenverband Impressum und die Gewerkschaft Syndicom zeigen sich konsterniert und wütend über die Einstellung des Westschweizer Wochenmagazins L'Hebdo.

syndicom-impressum

Es sei eine Schande, dass ein so grosses Medienhaus wie Ringier Axel Springer 37 Personen auf die Strasse stelle, schreibt Impressum. Der Verband appelliert an die soziale Verantwortung des Unternehmens und verlangt, dass alle Alternativen geprüft würden, um Entlassungen zu verhindern. Ringier Axel Springer Schweiz müsse in einen Dialog treten mit der Politik und der Zivilgesellschaft, schreibt impressum in einer Mitteilung vom Montag. Das Verschwinden von L’Hebdo stellt aus Sicht des Verbandes einen unermesslichen Verlust für die Vielfalt und Qualität der Medienlandschaft in der Romandie dar.

Für Urs Thalmann, den Geschäftsführer von Impressum, ist «das Wochenmagazin L’Hebdo eine wichtige Plattform des investigativen Journalismus der Region. Wir sind bestürzt über die Ankündigung seiner Einstellung. Und die Stellenstreichungen im gemeinsamen Newsroom gefährden auch die Qualität des Referenzmediums Le Temps. Wir werden an den Überlegungen der Zivilgesellschaft und der Politik mitarbeiten, um Lösungen für die Rettung des Magazins und der Stellen zu finden, und wir verlangen von Ringier Axel Springer, sich offen an diesem Dialog zu beteiligen.»

Man darf das Verschwinden eines Titels wie L’Hebdo nicht hinnehmen.

Dominique Diserens, Zentralsekretärin, fügt an: «Das ist ein trauriger Tag. Man darf das Verschwinden eines Titels wie L’Hebdo nicht hinnehmen. Er spielt für den gesellschaftlichen und politischen Diskurs der Suisse Romande eine sehr wichtige Rolle. Die Medienvielfalt leidet enorm.»

Syndicom fordert Suche nach Käufer

Syndicom bezeichnet in einer Stellungnahme die Schliessung von L’Hebdo als «einen weiteren Schlag». In der Medienmitteilung von Ringier Axel Springer würden nicht einmal die Folgen für die Auslastung – und somit die Beschäftigten – im Druckzentrum in Zofingen erwähnt, kritisiert die Gewerkschaft.

Nach den Entlassungen Ende 2016 bei der Zeitungen Tribune de Genève und 24 Heures der Tamedia-Gruppe bedauert Syndicom, «dass die beiden Deutschschweizer Medienkonzerne auf diese Weise über Sein oder Nichtsein wichtiger Titel der Westschweizer Presse entscheiden können.» Durch den Ausbau der Werbeplattformen im Internet und ihre Weigerung, die Gewinne aus dem kommerziellen Online-Bereich in den Printbereich zu investieren, hätten die beiden Verleger ihre eigenen gedruckten Titel kannibalisiert.

…die eigenen gedruckten Titel kannibalisiert.

Die Gewerkschaft fordert RAS auf, im Konsultationsverfahren alles zu unternehmen, um Entlassungen zu verhindern. Dafür müsste die Gruppe insbesondere aktiv nach einem Käufer für L’Hebdo suchen. Syndicom sei im Übrigen skeptisch bezüglich der angekündigten Investitionen in das «Konferenzgeschäft», das mit Journalismus nicht mehr viel zu tun habe, heisst es weiter. (hae/pd)

Plus d'articles sur le sujet