RSF critique vivement l'emprisonnement d'un journaliste tunisien

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die sofortige Freilassung des Geschäftsführers einer tunesischen Zeitung gefordert. Diese hatte auf ihrer Titelseite ein Aktfoto eines deutschen Models und eines tunesischstämmigen Fussballers abgedruckt.

Reporter ohne Grenzen forderte die Regierung in Tunis am Samstag auf, sich für den Schutz der Medien stark zu machen. Nasreddine Ben Saida drohen der Organisation zufolge eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren sowie ein Bussgeld. Aus Protest trat er in einen Hungerstreik. Ben Saidas Zeitung Ettounsia hatte vergangene Woche ein Foto des deutschen Models  Lena Gercke mit ihrem Freund Khedira abgedruckt. Gercke, die 2006 die erste Staffel der Sendung «Germany's Next Topmodel» gewonnen hatte, ist darauf freizügig zu sehen. Der deutsche Fussballnationalspieler Khedira hat tunesische Wurzeln.

Nach der Veröffentlichung des Bildes in der Ettounsia wurden am Mittwoch der Geschäftsführer, der Chefredaktor und ein Journalist wegen mutmasslicher «Gefährdung der guten Sitten» festgenommen und von einem Untersuchungsrichter befragt. Während die beiden anderen Mitarbeiter seiner Zeitung wieder freikamen, erging gegen den Geschäftsführer Haftbefehl.

Ben Saida sei der erste Medienvertreter, der seit dem Sturz von Ex-Machthaber Zine al-Abidine Ben Ali eingesperrt worden sei, teilte Reporter ohne Grenzen mit. Die Organisation warf der tunesischen Justiz «Heuchelei» vor, da ähnliche Fotos regelmässig auf den Titelseiten von ausländischen Magazinen zu sehen seien, die es in Tunesien ebenfalls zu kaufen gäbe. Nach Angaben einer Journalistin der Ettounsia trat er am Samstag in einen Hungerstreik, um gegen seine Inhaftierung zu protestierten. Die komplette Redaktion will sich demnach ab Montag an der Protestaktion beteiligen und ebenfalls die Nahrungsaufnahme verweigern, sollte Ben Saida bis dahin nicht frei sein.

Auch Journalistengewerkschaften kritisierten das Vorgehen der Justiz im Zusammenhang mit dem freizügigen Foto von Gercke und Khedira als «illegal» und «politisch motiviert». Justizminister Noureddine Bhiri mahnte die Medien dagegen im Radio zur Neutralität. Die Richter seien kompetent und seien nur dem Gesetz und ihrem Gewissen unterworfen, sagte er. (SDA/AFP)
 

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