Scharf auf den Klatsch aus Rapperswil?

Dass Prinzessin Stéphanie nicht nur auf die Elefantennummer von Franco Knie abfährt, ist Tatsache.

Dass Prinzessin Stéphanie nicht nur auf die Elefantennummer von Franco Knie abfährt, ist Tatsache.Das, was hinter geschlossener Wohnwagentür abgeht, bietet aber auch noch genug Anlass zu wilden Spekulationen. Neuerdings dient das Liebesleben des umstrittenen Pärchens auch als Inspirationsquelle für Kreative. Vor allem das Team der Zürcher Crossover-Agentur Angelink liebäugelte mit der zweideutigen Zirkusromantik der monegassischen Prinzessin: Zur Lancierung wirbt dessen Sujet mit einem nicht von ungefähr verwackelten Wohnwagen für Blick Online. Der Claim «Stéphanie, schon schwanger?» schliesst jegliche Verwechslungen aus. VBZ verlängern Zusammenarbeit mit 20 Minuten. Die Pendlerzeitung 20 Minuten wird weiterhin in den Trams und Bussen der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) aufliegen. Die VBZ haben sich für eine Verlängerung des Vertrags bis Ende 2004 und damit gegen die Offerte von Konkurrent Metropol entschieden. 20 Minuten hat laut VBZ-Direktor Thomas Portmann ein finanziell attraktiveres Angebot gemacht. Die dritte Zürcher Pendlerzeitung, ZürichExpress, habe keine Offerte eingereicht. Man habe mit ihr aber auch Gespräche geführt, sagte Portmann. Von den 150000 Exemplaren Gesamtauflage von 20 Minuten werden rund 30000 in den VBZ-Fahrzeugen verteilt.
LOVELY RITA, meter maid. Mit Klebern wider zu hohe Bussen! Gut so! Der gleichnamige Markus und der andere Markus sind ihrem Ruf wieder einmal treu geblieben. Nach ihrem kürzlichen Werbegag für Sportplausch Wider mit einem Gratis-Handy in Form eines Spülmittels überraschen die beiden Kreativen jetzt mit einer ziemlich schrägen Kleberserie. «I love Stadtpolizei» oder «I love Rita Fuhrer» soll man sich an das neue Velo aus dem Sportplausch kleben, damit die Polizei ein Auge zudrückt, wenn wieder einmal eine Busse droht. Die «offiziellen Polizei-Beschwichtigungs-Kleber» gibt es in vier Versionen. Sie sollen «Wunder wirken», wird versprochen.
KNORR GEHT ZUM FILM. Der langjährige und zum Schluss überraschend schroff abgesetzte Filmkritiker und seit 1974 verantwortliche Kulturredaktor der Weltwoche, Wolfram Knorr, wird ab August neuer Chefredaktor der Zeitschrift Film. Knorr, der mit seiner kompetenten Schreibe zu den Stars der Cinéphilen gehört, soll dem deutsch und französisch erscheinenden Kinomagazin zu einem redaktionellen Relaunch verhelfen.
Liess sich Schawinski von Tamedia über den Tisch ziehen? Seit Januar verhandelte Tamedia, Inhaberin von TV 3, mit Roger Schawinski die Übernahme seiner Belcom-Gruppe (Tele 24, Tele Züri und Radio 24). Nach einer ersten Tamedia-Offerte, die der Pionier offenbar für vertrauenswürdig hielt, legte Schawinski Bücher und Budgetpläne offen. Danach sagte Tamedia ab. Finanzchef Patrick Eberle begründete dies gegenüber der WerbeWoche mit mangelnden Synergien zwischen Tele 24/Tele Züri und TV 3. Hingegen sei Tamedia weiterhin an Radio 24 interessiert, falls dieses je verkauft werde. Gerüchte, wonach der Tamedia-VR wegen der relativ mageren Zahlen von Tele 24 sowie wegen zweier bevorstehender Abgänge zweier eigener VR-Mitglieder (CEO Michel M. Favre und TV-3-Chef Kurt
W. Zimmermann) kalte Füsse bekommen habe, bezeichnete Eberle als «absolutes Märli».
SIEGEN IST PERVERS. Das Forum für Fotografie in Hedingen zeigt vom 11. Mai bis 10. Juni eine Ausstellung mit Textplakaten von Jean-Marc Seiler. Der Zürcher Autor und Gestalter verblüfft in seinen neuesten Affichen mit einer kaum zu unterbietenden Kurzform der Texte und zum Teil scharfen Diagnosen gegen das unreflektierte Hinnehmen bestehender Machtstrukturen. «Siegen ist pervers» heisst deshalb die Ausstellung. Dazu ist ein Katalog in einer Auflage von 129 Exemplaren erschienen.
Rekordjahr für Publisuisse. Die Publisuisse, die die SRG-Programme vermarktet, erwirtschaftete im letzten Jahr einen Nettoertrag von 321,4 Millionen Franken, 4,5 Prozent mehr als 1999. Sie konnte der SRG insgesamt 304,4 Millionen überweisen, 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Zugelegt hat die Publisuisse bei der Pre- und Post-Primetime.

FABulous Lovely. An den International Food And Beverage Creative Excellence Awards (FAB-Awards) in London wurde AY&R mit dem «FABulous Award» für Printanzeigen ausgezeichnet. Die Jury fand Gefallen an der Milchkuh Lovely im Schlafsack (Motiv: «Open Air Festivals, Auftraggeber: Schweizer Milchproduzenten). Finalists waren ausserdem noch Guye & Partner (Skyy, Crodino) und JWT&H&F (Heineken).
Editorial

Ein unverkrampfter
Blick ins Labor
Auch Politik hat mit Verkaufen zu tun. Das zeigen jüngste Zahlen aus Grossbritannien: Da hat die Labourregierung von Tony Blair im Februar mehr Geld für Werbung ausgegeben als die Werbegiganten Procter & Gamble und Unilever. Laut Angaben von ACNielsen butterte die britische Regierung nicht weniger als 16,4 Millionen Pfund in ihre Eigendarstellung. Unilever investierte im Vergleichsmonat 12,2 und Konkurrent Procter & Gamble 10,1 Millionen Pfund in Werbung. Mit dieser starken Präsenz in Sachen Politwerbung fallen die Engländer völlig aus dem Rahmen. Und noch in einer weiteren Hinsicht tickt das Königreich anders: Während die PR vieler Schweizer Universitäten vor sich hin dümpelt, gründeten britische Wissensverbände schon in den Achtzigerjahren ein Komitee des «Public Understanding of Science». Dieses setzt sich für die nötige Akzeptanz der Bevölkerung für den Fortschritt in Wissenschaft und Technik ein. In der Schweiz lockte erst die Genschutzinitiative die Wissenschafter aus ihrer Reserve. Die Initiative löste 1998 unter den Forschern einen heilsamen Schock aus. Im Nachgang dazu wurde die Stiftung Science et Cité ins Leben gerufen, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft in Gang zu bringen. Vom 4. bis 11. Mai organisiert sie ein Forschungsfest bisher unbekannten Ausmasses: Auf öffentlichen Plätzen, in Museen, Bahnhöfen und Theatern von zehn Schweizer Universitätsstädten stellen Wissenschafter ihre Forschungsprojekte vor.
Gut möglich, dass die unverkrampfte Laborschau der Expo die Show gestohlen hätte, wäre diese wie geplant bereits 2001 durchgeführt worden. Und auch der Werbeauftritt von Science et Cité (siehe Seite 14) kann sich sehen lassen. Samuel Helbling

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