SW magistral gewürdigt

Ehre gebührte vergangene Woche der Schweizer Werbung SW, Dachverband der helvetischen Kommunikationsbranche, im Zürcher Zunfthaus zur Meisen.

Ehre gebührte vergangene Woche der Schweizer Werbung SW, Dachverband der helvetischen Kommunikationsbranche, im Zürcher Zunfthaus zur Meisen.Von Beat Fritsch Angesichts des Alters von 75 Jahren wäre man fast versucht, von einer altehrwürdigen Jubilarin zu sprechen. Allerdings hat die SW nichts an Biss verloren, was auch der Apfel, den die SW zum Symbol ihres Geburtstags machte, ausdrücken sollte. Die Mutter aller Kommunikationsverbände hat Zähne und ist agiler denn je. Der umtriebige Ständerats- und SW-Präsident Carlo Schmid-Sutter lobbyiert eifrig für die Sache der Werbung in Bundes-Bern.
Wie wichtig die Politik die Kommunikationsbranche nimmt, sieht man an deren Gesandtschaften. Nachdem bereits am letztjährigen Tag der Werbung eine Stippvisite des Wirtschaftsministers Pascal Couchepin angesagt war, gab sich heuer Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold die Ehre und verbrachte über einen halben Tag mit allem, was in der Werbung Rang und Namen hat. Mit Zürichs Stadtpräsident Josef Estermann erwies ein weiterer Magistrat den Anliegen der Werbung die Reverenz. Sehr erfreut, aber auch ziemlich nervös ob dem Besuch dieser hohen Tiere schienen SW-Geschäftsführerin Monika Luck und SW-Presseverantwortlicher Piero Schäfer. Die Erleichterung stand ihnen jedenfalls ins Gesicht geschrieben, als sie nach Veranstaltungsende erlöst in die Stühle im Porzellansaal des schönen Zunfthauses sanken.
Natürlich ging alles, wie hätte man es bei den ausgebufften Profis der SW anders erwarten können, reibungslos über die Bühne – obwohl sich die Platzverhältnisse manchmal als gar eng erwiesen. Bei diversen Apéros stand man sich öfters auf die Füsse, beim Referat von Ruth Metzler war auch der hinterste Stuhl im Saal besetzt. Leider geriet der Vortrag der sympathischen Regierungsvertreterin etwas gar politisch und – wer mag es ihr verübeln – von subtiler Propaganda für die eigene Sache durchzogen. Das blieb natürlich auch den Anwesenden nicht verborgen, sind doch sie sonst die Spezialisten für versteckte und offene Kauf- und Wahlslogans.
Ganz anderes Geschütz fuhr der Nachredner auf, der aus Viktors Spätprogramm bekannte
Satiriker Mike Müller. «Liebe Werbesünderinnen und Werbesünder» titulierte der als Priester verkleidete Komiker in seiner Anspielung auf den SW-Apfel das Publikum in seiner Anrede. Was folgte, war ein fulminanter Mix aus Kalauern zu Kirche, Kommunikation und Konsumverhalten, der bei den Werbesünder/innen Lachstürme auslöste. Glücklicherweise erteilte Müller ganz zum Schluss Absolution.
Unter den Gästen waren nebst diversen Mitglieder-Vertretern auch die Präsidenten und Delegierten der befreundeten Verbände zu sehen. So IAA-Präsident Urs Beer, Idée-Präsident Heinz Egli, BSW-Präsidentin Cornelia Harder und BSW-Geschäftsführer Walter Merz, der ASW-Vorstand mit Präsident Stefan Hofmann, Past-President und SW-Vorstandsmitglied Diego Bally und Peter Grob. Von der Ausbildungsstätte Sawi kamen Direktor Jürg Engi, die frischgewählten Hans-Peter Rohner, Präsident, und René Hürlimann, Ehrenpräsident, Robert C. Baier in seiner Funktion als IGMA-Geschäftsführer, und Rudolf Waldburger vertrat den Schweizer Direktmarketing-Verband.
Von allen Anwesenden gelobt wurde die Festschrift, auch wenn es im Tages-Anzeiger dafür einen kleinen Verriss gab. Sie enthält neben Schweizer Werbehistorie höchst lesenswerte Beiträge verschiedenster namhafter Branchenexponenten oder eine Sammlung visueller Leckerbissen, wie die PKZ-Plakateserie mit so bedeutenden Urhebern wie Carigiet oder Leupin.
Beat Fritsch liess es sich am Tag der Werbung nicht nehmen, die eidgenössische Justizministerin Ruth Metzler-Arnold in einen magistralen Smalltalk zu verwickeln.

Wem sonst in der Werbeszene die Ehre gebührt, bundesrätliche Hände zu schütteln, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Wer jedoch den definitiven Sprung auf die begehrten Shortlistplätze schafft, entscheidet die Redaktion. Haben Sie tatsächlich schon jetzt etwas zu berichten? Dann greifen Sie mal schnell zum Hörer (01 296 97 98) oder mailen Sie an info@werbewoche.ch. Online gibt es Veranstaltungstipps bei www.werbewoche.ch.

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