Schweizer hören länger Radio

Ausländische Sender sind in allen Landesteilen auf dem Rückzug

Ausländische Sender sind in allen Landesteilen auf dem RückzugVon Markus Knöpfli Der Stellenwert des Mediums Radio nimmt in der Schweiz nach einem Einbruch im Jahr 1996 wieder zu, ist aber immer noch tiefer als im Jahr 1995. Von diesem Aufschwung profitieren die Tessiner SRG-Programme, in der Deutschschweiz und der Romandie die Privatradios. Die ausländischen Programme dagegen verlieren – auch im langjährigen Vergleich.
Die neusten Zahlen der SRG-Radio-Studie sagen vor allem eines: Die Zahl der Radiohörer in der ganzen Schweiz bleibt stabil. In der Deutschschweiz schalten werktags 77 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren das Radio ein, in der Suisse romande sind es 70 Prozent und in der Svizzera italiana 71 Prozent. Eine seit 1996 unveränderte Situation – mit ganz kleinen Abweichungen im Tessin.
Zugenommen hat jedoch die Radionutzung: In der Deutschschweiz und in der Westschweiz nahm sie um je zwei Minuten auf 200 beziehungsweise 140 Minuten zu, in der SI konnte das Medium um zwölf auf 146 Minuten zulegen. Trotz dieses Sprungs ist die Nutzung im Tessin noch 20 Minuten und diejenige in der SR neun Minuten unter dem Wert für 1995. In der Deutschschweiz hingegen ist bezüglich Hördauer ein neuer Rekordwert erreicht worden.
Geht man in die Regionen, lassen sich weitere Unterschiede feststellen: Während in der Deutschschweiz SRG-Radios, private und ausländische Sender in etwa stabile Tagesreichweiten aufweisen, nähern sich Private und SRG bezüglich Hördauer an. So werden die SRG-Programme seit 1996 fünf Minuten weniger lang gehört (neu 94 Minuten), die Privaten legten in der gleichen Zeit aber um neun auf 80 Minuten zu.
Entsprechend haben sich die Marktanteile verschoben: Die SRG kommt auf 47 Prozent (minus ein Prozent gegenüber 1998), die Privaten auf 40 Prozent (plus zwei Prozent), und die ausländischen Sender fielen um einen Punkt auf 13 Prozent.
Auch in der Suisse romande weisen SRG-, private und ausländische Sender stabile Reichweiten auf, doch hier legen die Privaten bei der Hördauer auf Kosten der ausländischen Radios zu, die SRG-Programme hingegen bleiben gegenüber 1998 stabil (plus eine Minute). Die neuen Zahlen: SRG 59 Minuten, Private 55 Minuten (plus fünf Minuten), Ausländer 25 Minuten (minus fünf Minuten). Die SRG hält ihren Marktanteil bei 42 Prozent, die Privaten steigern sich um vier auf 40 Prozent, und die Ausländer fallen von 22 auf 18 Prozent zurück.
Im Tessin sieht es ganz anders aus: Obwohl die Privaten ihre Tagesreichweite vor allem auf Kosten der SRG um zwei auf acht Prozent steigern konnten, hat die SRG dennoch Marktanteile zugelegt. Neu kommt sie auf 77 Prozent (plus fünf Prozent), die Priavten auf neun (plus ein Prozent), die ausländischen Sender hingegen haben nur noch 14 Prozent (minus sechs Prozent).
Die SRG-Programme konnten sich steigern, weil sie deutlich länger gehört werden als 1998. Die Zunahme beträgt 15 Minuten (neu 121 Minuten), bei den Privaten waren es dagegen nur zwei Minuten (neu 14), und die Ausländer bleiben sechs Minuten weniger lang (neu 23 Minuten) eingeschaltet.
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