Profiteur Zug? Knatsch um Zürcher Standortmarketing

Zug profitiere von den Zürcher Standortmarketingzahlungen, so der Vorwurf. Dennoch hat der Zürcher Kantonsrat grünes Licht für eine erneute Millionenzahlung gegeben.

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Mit der Stiftung Greater Zurich Area (GZA) haben sich 1999 unter anderem acht Kantone für ein gemeinsames Standortmarketing zusammengeschlossen. Nebst Zürich sind es Solothurn, Schaffhausen, Zug, Schwyz, Glarus, Uri und Graubünden. Auch die Städte Zürich und Winterthur sowie diverse Unternehmen und Verbände der Privatwirtschaft gehören der Stiftung an.

Im Zürcher Kantonsrat wurde jetzt über den Beitrag, den der Kanton dem Marketingtopf beisteuert, debattiert, wie der Tages-Anzeiger am Montag berichtet. Insgesamt 8,4 Millionen Franken für die Jahre 2020 bis 2023 soll der Kanton beisteuern, um ausländische Unternehmen in den Grossraum Zürich zu locken.

 

Zürich bezahlt, Zug profitiert

Die Vorlage sorgte für Diskussionen. Der Grund: Obwohl Zürich viel mehr zahlt (2017: 2,1 Millionen Franken) als Zug (180’000 Franken), siedelte über die Hälfte der neuen Firmen ihren Hauptsitz in Zug an. 

Für die SP Grund genug, den Verteilungsschlüssel zu überdenken. Dieser sollte sich neu an der Anzahl der dank GZA neu angesiedelten Firmen orientieren. Allerdings wird der Beitrag für Zürich neu ohnehin nicht mehr an die Bevölkerungszahl gekoppelt – die Mehrheit des Rates sah keinen Grund, diese Sonderregelung gleich wieder zu kippen.

 

Die falsche Zeit für Kantönligeist

Stärkere Argumente hatten die Befürworter: Jeder investierte GZA-Franken komme zehnfach zurück, so Cristina Wyss von der GLP. Und Regierungsrätin Carmen Walker Späh von der FDP plädierte dafür, gerade in der aktuellen Situation auf «Kantönligeist» zu verzichten – ein Nein würde das Grounding der GZA bedeuten.

Dazu wird es nicht kommen. Die Zürcher Millionen wurden für die nächsten drei Jahre gesprochen. 
 

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