Smart Business Day Namics: Business Transformation – so what?

Am Montag fand zum zehnten Mal der Smart Business Day von Namics am GDI in Rüschlikon statt. 150 Führungskräfte haben diesen bereits zur Tradition gewordenen Anlass besucht und bekamen einmal mehr relevante Informationen aus Praxisbeispielen geboten.

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Stefan Michel vom IMD in Lausanne bei seinem eloquent vorgetragenen Praxisbeispiel.

 

In seiner Einführung liess Tim Dührkoop, der Moderator von Namics, die zehn Jahre dieses Events Revue passieren. Spannend dabei war zu sehen, wie sich die Themenschwerpunkte über die Zeit fundamental verändert haben. Vom Verwalten der Produkt-Daten über Customer Experience und Net Promoter Score bis zur Digital-Strategie. Der diesjährige Anlass stand unter dem Motto: Digital Business Innovation – und damit war die Bühne frei für Stefan Michel von IMD in Lausanne.

 

Bossard – wir machen Schrauben…

Dieser Einstieg tönt zwar unspektakulär, Stefan Michel als Verwaltungsrat dieser Firma konnte aber deutlich machen, inwiefern die Digitale Strategie und vor allem die intensive Diskussion im Verwaltungsrat erfolgskritisch sind. In seiner absolut nicht professoralen Art hat Michel zuerst einmal klar gemacht, unter welchen Voraussetzungen man von digitaler Transformation sprechen kann. Digitale Transformation meint radikaler Wandel – innerhalb von fünf Jahren muss 80 Prozent neu sein. Alles andere ist als Optimierung zu bezeichnen.

Für Michel ist bei einem Veränderungsprozess auch die Balance zwischen «run the business» und «change the business» sehr zentral. In dieser Frage ist speziell der Verwaltungsrat gefordert, was bei einem börsenkotierten Unternehmen wie Bossard, wo die Mehrheit der Anteile noch in Familienbesitz ist, eine spezielle Herausforderung darstellt. Das Abschluss-Statement von Stefan Michel kann durchaus als Lehrsatz gelten: «Wenn ein strategischer Entscheid nicht weh tut, ist es kein strategischer Entscheid!»

 

Digitale Kompetenz im Verwaltungsrat – ratlos?

Nein – ganz clueless sind die Verwaltungsräte bezüglich digitaler Kompetenz nicht mehr. Aber Fakt bleibt: Die diesbezügliche Fachkompetenz ist weit weg vom Soll-Profil. In den folgenden Praxisbeiträgen wurde einerseits deutlich, wie gross zum Beispiel der Aufholbedarf bezüglich dem Thema AI ist. Das gesagt, heisst ja nicht, dass Verwaltungsräte AI-Profis sein müssen, das Grundverständnis dafür muss jedoch erwartet werden dürfen.

Dies nicht zuletzt deswegen, weil Firmen wie Google, Amazon oder Facebook etc. schon seit Jahren massiv in dieses Thema investiert haben, und sich damit einen relevanten Wettbewerbsvorteil geschaffen haben, der schwer einzuholen ist.

 

 

 

 

Vier Fragen an Stefan Michel, Dean Executive MBA, Professor IMD Lausanne

 

MK: In Ihrem heutigen Referat werben Sie für die Bedeutung der digitalen Strategie – wo steht die Schweiz diesbezüglich?  

Stefan Michel: Gemäss dem aktuellen IMD-Ranking steht die Schweiz bezüglich digitaler Fitness auf dem guten Platz 5. Diese Platzierung verdankt unser Land drei Gründen: Unseren top Bildungsinstituten, dem Zustrom von internationalen Fachkräften und dem Zwang zur Differenzierung auf Grund des hohen Preisniveaus.

 

Was behindert die Schweiz am meisten in seiner digitalen Entwicklung?  

Die Tatsache, dass heute noch Masterabschlüsse von Hochschulen verliehen werden, ohne dass die Studenten einen mindestens sechsmonatigen Auslandaufenthalt nachweisen können, finde ich bedenkenswert. Internationale Erfahrung ist gerade für uns Schweizer eine Schlüsselkompetenz die wir fördern (oder einfordern) müssen.

 

Inwiefern würde ein (temporärer) achter Bundesrat für Digitales helfen?

Das ist in der Tat eine spannende Idee, nur ist dabei zu beachten, dass ein solcher Bundesrat nur in Verbindung mit einem einschlägigen Ökosystem die gewünschte Wirkung entfalten kann. Eine solche Nomination hätte sicher Signalwirkung was die Bedeutung des Themas anbetrifft. Und die Einschränkung temporär würde sich dann bald auflösen.

 

Welche Frage möchten Sie schon lange beantworten – wurde aber noch nicht gestellt?

Das Thema Pricing aus strategischer Sicht wird zu wenig vertieft adressiert – und dabei geht es mir nicht um den Aspekt Technologie, sondern um Ökonomie.

 

 

* Christoph Oggenfuss ist CEO von MarkITing

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