30 Tribünen für das grösste inklusive Sportfest

Tausende Athlet:innen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, ihre Betreuungsteams und die Fans nahmen an der weltweit grössten inklusiven Sportveranstaltung teil. Nüssli verwandelte dafür die Messe Berlin in eine Multi-Sportanlage.

An den Special Olympics World Games in Berlin wurde unter anderem auch Badminton gespielt. (Bild: zVg.)

Erstmals fand die grösste Inklusions-Sportveranstaltung der Welt in Deutschland statt – als grösstes Sportereignis seit den Olympischen Spielen 1972. Vom 17. bis 25. Juni vereinte der Anlass in Berlin die Menschen mit und ohne geistige Behinderung in ihrer Begeisterung für den Sport und das gemeinsame Erleben. Mehr als 7000 Athlet:innen aus über 190 Ländern traten in 26 olympischen Sommersportarten gegeneinander an und feierten miteinander sportliche Höhepunkte. Nüssli realisierte hierfür die rund 9000 benötigten Tribünenplätze.

Vom Messegelände zur Multi-Sportanlage

Der Eventbauer installierte die Tribünenplätze in Form von 30 Einzeltribünen, die in elf Hallen der Messe Berlin die passenden Zuschauerinfrastrukturen für die unterschiedlichen Sportarten bildeten. Sie boten zwischen 140 und 1450 Zuschauerplätze. «Unser Lösungsansatz bestand darin, die Anzahl der verschiedenen Tribünenlayouts auf ein Minimum zu reduzieren, ohne dabei die Bedürfnisse der einzelnen Sportarten aus den Augen zu verlieren», erklärt Uli Born, Sales Manager von Nüssli. «Mit der Entwicklung von ‹nur› sieben Tribünenlayouts ist es uns gelungen, sowohl die engen Budgetvorgaben Tribut einzuhalten als auch den Planungs- und Logistikaufwand zu reduzieren, die Montage zu vereinfachen und Abläufe zu standardisieren.»

Die Tischtennis-Halle an den SOWG im Juni 2023. (Bild: Marvin Ibo Guengoer)

Medienübertragungen in alle Welt

Die Wettkämpfe und Höhepunkte der Special Olympics World Games wurden täglich in die ganze Welt übertragen. Entsprechend wichtig war die Infrastruktur für die rund 1500 Medienvertreter vor Ort. Das Projektteam von Nüssli installierte sechs Kameratürme, die aufgrund des Hallenbodens eine spezielle Lösung erforderten. Denn: Der Hallenboden liegt auf einem Stahlträgerrost auf und wird bei starken Publikumsbewegungen in Schwingung versetzt. Um ruckelfreie Bilder zu gewährleisten, musste verhindert werden, dass sich diese Schwingungen auf die bis zu sieben Meter hohen Kameratürme übertragen. Deshalb wurden die Türme unter dem Hubboden auf dem 45 Zentimeter tiefer liegenden, betonierten Untergrund gegründet und exakt ausgerichtet.

Fokus auf Effizienz und Nachhaltigkeit

Nur zehn Tage dauerte der Aufbau und sechs Tage der Abbau der Infrastruktur. Eine sorgfältige Koordination der beteiligten Gewerke ermöglichte es, zeitlich überlappend in den verschiedenen Hallen zu arbeiten und Wartezeiten zu minimieren.

Eine Schlüsselfunktion hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit kam der Logistik zu. Ein Grossteil der 460 Tonnen Systemmaterial wurde mit 27 Sattelzügen aus dem nur 24 Kilometer entfernten Werk Ludwigsfelde angeliefert und sorgte so für einen deutlich geringeren CO2-Fussabdruck der Baustelle. Auf dem weitläufigen Messegelände gelangte das Material dann optimiert in die jeweilige Halle – entweder direkt vom Lkw oder mit geeigneten Transportmitteln wie Schwerlast-Plateauanhängern. Zeitaufwändige und umweltbelastende Fahrten mit einzelnen Paletten konnten so minimiert werden.

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