Wirz-AD Katrin von Niederhäusern und Illustratorin Janine Wiget landen Viral-Hit

That escalated quickly: Der Ferienfilm der beiden Zürcher Illustratorinnen Katrin von Niederhäusern und Janine Wiget nimmt auf Youtube Fahrt auf. Dass die «Simpsons»-Hommage gut ankommt, verwundert wenig.

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«I love The Simpsons and I live in New Orleans and this is the best thing I've ever seen in my life», kommentiert ein Youtube-Nutzer unter dem Video. Oder: «Probably one of the greatest things I've ever watched. I have tears in my eyes, starting to roll down my face.» Die Kommentare sind sich einig.

Konzept: einfach. Idee und Umsetzung: einfach grossartig. Katrin von Niederhäusern, Art Director bei Wirz und Janine Wiget, selbstständige Illustratorin, haben in ihren Ferien eine Sequenz aus der Serie «The Simpsons» an den Originalschauplätzen in New Orelans nachgestellt, Szene für Szene.

New Orleans ist kein Zufall. «Wir waren zusammen in der Berufsschule und seither reisen wir immer zusammen nach New Orleans», erklären sie gegenüber Werbewoche.ch.

New-Orleans-Unkundige dürften überrascht sein, wie detailgetreu die «Simpsons»-Macher die zahlreichen Restaurants überhaupt abbildeten. Das waren Von Niederhäusern und Wiget jedoch auch: «Nachdem wir die Episode geschaut hatten, mussten wir sofort googeln, ob es die 54 Restaurants so auch wirklich gibt.»

Weitere Schwierigkeiten gab es bei der Umsetzung: «Ein Restaurant hat in der Zeit zugemacht, ein anderes hat das Logo geändert, ein weiteres hatte das Menu nicht mehr auf der Karte, zwei waren im Umbau, eines in Sommerpause und bei vielen waren die Winkel vom Cartoon fast unmöglich zu simulieren», erzählt Von Niederhäusern. Und Wiget fügt an: «Zum Glück werden wir ja in der Kreativbranche für solche Komplikationen tagtäglich bestens geschult... so mussten wir halt einfach ein wenig erfinderisch werden und zum Beispiel eine Mülltonne zu einem Tisch umfunktionieren oder eine Zuccini-Bisque-Suppe mit Yoghurt und Matcha-Pulver fälschen – aber psssst!»

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(alle Fotos: zVg)

Betrachtet man das aufwendig und liebevoll produzierte Resultat, verwundert es wenig, dass der Film auf Youtube Fahrt aufnimmt: Bereits 97'000 Views hat der Clip nach vier Tagen generiert, Tendenz stark steigend – vermutlich ein künftiger Millionenhit.

Ein weiteres Video auf Katrin von Niederhäuserns Youtube-Kanal weist wesentlich weniger Views auf, macht aber dennoch neugierig: Die beiden Protagonistinnen singen mit der Ukulele eine Bitte an «Fernando», Katrin solle doch länger in den USA bleiben dürfen. Der Empfänger ist Fernando Perez, Executive Creative Director bei Wirz und Katrin von Niederhäuserns Chef.

«Das hätte ich schon wieder von meinem Kanal löschen sollen», lacht Von Niederhäusern. Hat's wenigstens etwas genützt? Es geht. «Weil wir in New Orleans nicht nur filmen – es war wirklich anstrengend, zehn Restis pro Tag zu filmen – sondern auch noch ein wenig verschnaufen und Live-Musik geniessen wollten, mussten wir meinen Chef fragen, ob ich noch ein wenig länger in den USA bleiben darf.» Statt einfach ein Mail habe man ihm einen persönlichen Song geschrieben. «Wir dachten, er würde weich und werde uns die Zeit geben. Es hat leider nicht geklappt! Obwohl der Song doch unglaublich gut ist? Ich glaube Fernando hat einfach keinen guten Musik-Geschmack...»

Eine wichtige Frage drängt sich auf: Haben die beiden Protagonistinnen die gezeigten Speisen auch wirklich gegessen? «Vor dem Dreh haben wir extra noch ein Training mit Homer Simpsons Magen gemacht. So waren unsere Bäuche vorbereitet. Das, was dann doch nicht Platz hatte, haben wir Obdachlosen gegeben», antworten Von Niederhäusern und Wiget.

Bliebe noch die Frage, ob man eine derart aufwendige Produktion in den Ferien nebenbei dreht, oder ob man dafür sämtliche Urlaubstage investieren muss. «Also viel Ferien hatten wir eigentlich nicht so. Aber so liebe ich es sowieso. Was würden wir sonst machen? Shoppen und Sightseeing finden wir eher langweilig», sagt Katrin von Niederhäusern.

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Mehr zu Katrin von Niederhäusern finden Sie im gemeinsamen Interview mit den Branchenkollegen Moritz Bauer (Publicis), Frederik Dreier (JvM/Limmat) und Isabelle Benz (TBWA\Zürich) in der Werbewoche 5/2019.

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