Diesel pfeift auf Homophobe

Diesel hat auf Instagram einen Followerschwund im fünfstelligen Bereich zelebriert.

Diesel

Unternehmen müssen heute eine klare Haltung haben. Und diese auch zeigen. Wer versucht, es allen recht zu machen und niemandem auf den Schlips zu treten, geht in der Bedeutungslosigkeit unter. Prominentestes Beispiel ist Nike. Der Sportartikelhersteller hat sich mit Football-Star Colin Kaepernick und der Kampagne «Believe in something. Even if it means sacrificing everything» in aller Deutlichkeit auf die Seite der gegen Rassen-Ungleichheit protestierenden Sportler und gegen Präsident Trump gestellt. In der Folge wuchsen die Online-Umsätze um 31 Prozent.

Haltung zeigte auch das Modeunternehmen Diesel, das in Zusammenarbeit mit einer NGO eine spezielle Pride-Kollektion lancierte. Ein Teil der Umsätze wird für die LGBT+-Bewegung gespendet.

pride

Dass sich 14'000 Diesel-Fans durch die Pride-Kollektion derart vor den Kopf gestossen fühlten, dass sie dem Mode-Label die virtuelle Freundschaft aufkündeten, ist angesichts einer Anzahl von 2,1 Millionen Followern wohl verschmerzbar. Erst recht, wenn man die Abwanderung der Ewiggestrigen in den nächsten Marketing-Clou ummünzt. «We’ve taken pride in our beliefs for 40+ years & we believe in #pride. For those who don’t, including the 14'000 followers who’ve left us in the last week.... bye bye! To those who share our beliefs and values, let’s celebrate the fact that #loveislove. Always.» schrieb Diesel beinahe triumphierend auf Instagram. Über 55'000 Likes und eine grosse Sympathiewelle - definitiv mehr wert als 14'000 verschmerzbare Follower, die ohnehin nicht zur Unternehmens-Philosphie passten.

Die Idee für diesen offensiven Umgang mit Kritik hatte Publicis Italien. Die Agentur hat in der Vergangenheit schon mehrfach global auf Diesel aufmerksam gemacht. So wurde 2018 beispielsweise eine nicht-fake Fake-Kollektion namens «Deisel» lanciert, um den zahlreichen Fälschungen der Marke den Wind aus den Segeln zu nehmen.