Neuer Edeka-Spot von Jung von Matt: Spiel mit dem Muttertags-Shitstorm

Ein Shitstorm zum Muttertag? Jung von Matt lehnt sich in Deutschland für Edeka weit aus dem Fenster.

Edeka

«Wir sagen Danke.» heisst der Spot, den Edeka zum kommenden Muttertag veröffentlicht hat. Jung von Matt/Next Alster hat die Kampagne kreiert. Flogen vergangenen Edeka-Kampagnen (beispielsweise «Heimkommen») die Herzen der Zuschauer und Kunden nur so zu, bläst dem neuesten Film der Supermarktkette ein eisiger Wind entgegen. Grund: Viele Menschen sind empört. Die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, scheint im Zeitalter der Empörung vollends verloren gegangen zu sein.

Der Spot zeigt bemühte, aber unbeholfene (und teilweise unfähige) Väter. Um sich am Ende bei den Müttern, die besser wissen, wie's geht, zu bedanken. Das kränkt offenbar derart viele Väter in ihrer tiefsten Vaterehre, dass sie in Zukunft nicht mehr bei Edeka einkaufen wollen (siehe zahlreiche Youtube-Kommentare). Shitstorm-Alarm! Nun wurden die Väter so viele Jahrzehnte dazu gedrängt, endlich auch einen Erziehungsfinger zu krümmen und nun macht man sich sogar noch über sie lustig? Unerhört!

Dabei empören sich nicht nur Männer darüber, dass sie als unfähig dargestellt werden, sondern auch Frauen, dass sie nur lediglich auf Basis der Unfähigkeit der Männer gelobt werden. Am Ende bietet der Spot jedem die geeignete Empörungs-Gelegenheit.

Tief durchatmen, alles wird gut. «Wir sagen Danke.» mag Geschmackssache sein. Und die Frage, inwiefern der stellenweise fast schon düster anmutende Schwarzweiss-Film genau die Werte von Edeka transportieren soll, darf man sich stellen. Aber: Selbst 2019 muss man nicht immer alles bitter ernst nehmen. Sonst ist man am Ende noch gezwungen, wegen eines Werbespots den Stamm-Supermarkt wechseln zu müssen.