Werbung für’n Arsch

Eine Werbeplatzierung auf dem Hintern einer Frauen-Volleyballmannschaft sorgt in Deutschland für Ärger. Das Satiremagazin «Extra 3» hat den Fall noch einmal aufgerollt.

Prachtregion

Neu ist das Thema nicht. Bereits im Oktober 2018 berichtete W&V über den «Prachtregion»-Gate. Im Rahmen einer Imagekampagne hat der Landkreis Schmalkalden-Meiningen die Domain des örtlichen Claims «Prachtregion» auf die Hintern der Volleyball-Damen VfB Suhl Lotto Thüringen gedruckt.

Man wolle «etwas provozieren», da man sich «auf wahrhaft prächtigen Körperregionen» präsentiere, erklärte damals Landrätin Peggy Geiser die Kampagne.

Viele Menschen hatten für diese Art der Provokation nicht viel übrig und rügten die Kampagne als sexistisch und peinlich.

Im Januar folgte der Tadel von offizieller Stelle: Der Deutsche Werberat beanstandete die Aktion als «sexistisch und respektlos». Peggy Geiser wiederum reagierte darauf mit Unverständnis: «Wenn jeder mehr oder weniger versteckte Hinweis auf geschlechterspezifische Reize künftig als Sexismus gebrandmarkt wird, brauchen wir über Werbefreiheit in Deutschland nicht mehr zu reden.» Sie empfinde die Rüge als bevormundend gegenüber Frauen, weil der Werberat argumentierte, es gehe nicht darum, wie die Volleyballerinnen selbst die Werbung empfänden.

Der Fall zieht weiter seine Kreise – und bringt der Region ganz nebenbei ungewohnt viel Aufmerksamkeit. Nach Artikeln unter anderem auf Spiegel.de hat sich nun auch das wöchentliche NDR-Satiremagazin «Extra 3» dem Fall angenommen.