Schlafende Hühner soll man nicht wecken

In Dänemark hat eine Plakat-Installation eine öffentliche Debatte über Haltungsbedingungen von Hühnern ausgelöst.

Huhn

Ein auffallend schönes Leben haben Masthühner in der konventionellen Stallhaltung auch in der Schweiz nicht. Aber hierzulande gibt es immerhin gewisse Mindeststandards, die man eigentlich ohnehin für selbstverständlich halten würde. Dies bezieht sich nicht nur auf die vorgeschriebenen Platzverhältnisse. Sondern auch auf das Licht: In der Schweiz sind Tageslichtzugang und vor allem auch Dunkelphasen von mindestens acht Stunden am Stück pro Tag vorgeschrieben. In der EU hingegen sind fensterlose Ställe mit reiner Kunstlichtbeleuchtung und alternierenden Lichtprogrammen erlaubt. Das bedeutet: Man verlängert den Tag künstlich, damit die Hühner mehr fressen und mehr Gewicht zulegen. Auch wenn sie gerne schlafen würden.

In Dänemark hat die Tierschutzorganisation Animal Protection mit Hilfe der Agentur Mindshare simpel, aber effektiv dargestellt, dass auch Hühner ein Recht auf Schlaf haben: Ein mit 20 Lampen beleuchtetes Plakat zog in Kopenhagen in den dunklen Stunden alle Blicke auf sich. Das Licht erfüllte als Kommunikationsmittel seinen Zweck: Die Kampagne brachte das Thema in die öffentliche Agenda und sensibilisierte die Gesellschaft durch die ausgelöste Diskussion. Wenn man die Bilder der überfüllten Ställe sieht, wird jedoch klar: Bis zum Hühnerwohl ist noch ein weiter Weg. Aber irgendwo kann man ja mal beginnen.