Das unbekannte Opfer

Vor hundert Jahren schwiegen nach dem ersten Weltkrieg die Waffen. Die französische Agentur FF Paris und das Museum Péronne Historial geben den Millionen von anonymen Opfern ein Gesicht.

Und zwar mittels Algorithmus: Zehntausende von Gesichtern – herkunfts- und geschlechtsunabhängig – von Menschen, die im ersten Weltkrieg den Tod fanden, wurden erfasst und zusammengerechnet. Herausgekommen ist ein Gesicht, das für alle steht, die den globalen Kriegswirren zum Opfer fielen:

Der Hintergrund der Aktion: 1920, zwei Jahre nach dem Waffenstillstand, wurde in Paris und London der «unbekannte Soldat» beerdigt, um den tausenden von Famlien das Trauern zu ermöglichen, auch wenn die gefallenen Angehörigen weder bestattet, noch erfasst oder gefunden wurden.

Das Porträt wurde am 11. November im Weltkriegsmuseum Péronne Historial enthüllt. Besucher können sich durch die tausenden von Gesichtern blättern, die als Vorlage für die Übereinanderschichtung dienten. Die Bilder sind auf Theunknownface.com abrufbar. Laufend werden die Geschichten hinter den Fotos ergänzt. Ziel ist es, die kollektiven und individuellen Erinnerungen zu konsoldieren und so einen Ort des Gedenkes zu schaffen. (hae)