Facebook macht sich für regionale Medien stark

Das globale Netzwerk, das Medienhäusern kürzlich das Fürchten lehrte, will nun lokale Nachrichten öfter im Newsfeed berücksichtigen.

Die Verkündigung des letzten Newsfeed-Updates noch kaum verdaut, postet Mark Zuckerberg schon das nächste. Dieses Mal aber bauchpinselt der Facebook-Chef damit regionale Medien. Statt von Einschränkung der Verteilung nicht-privater Inhalte zu sprechen, zieht er ganz andere Saiten auf. In seinem Blogpost spricht er davon, dass lokale, qualitativ hochwertige und vertrauenswürdige Nachrichten künftig sogar öfter im Newsfeed erscheinen dürften, ja sollten. «Unser nächstes Update soll sicherstellen, dass Facebook nicht nur Spass macht, sondern auch gut für das Wohlergehen und die Gesellschaft ist», schreibt Zuckerberg übersetzt.

Letzte Woche schon habe man vertrauenswürdige Quellen hochgestuft, nun sollen auch die kleinen, regionalen Medienmarken mitmischen dürfen. Das Update sei eine Reaktion auf das Feedback der Nutzer. «Lokale Nachrichten helfen uns die Themen zu verstehen, die in unseren Gemeinschaften eine Rolle spielen und unsere Leben beeinflussen.» Menschen, die wissen, was um sie herum passiert, würden sich gemäss Studien eher einbringen und dazu beitragen, etwas zu bewegen.

Ist das als Zurückrudern gegenüber Medien, als Liebesbekundung nach stürmischen Zeiten zu verstehen – etwa weil sich Medien vom sozialen Netzwerk emanzipieren (siehe dazu das aktuelle Werbewoche-Editorial von Thomas Häusermann)? Wir dürfen gespannt sein. Zuckerberg freut sich auf jeden Fall, «schon bald mehr Updates mit uns zu teilen.» (ank)