Horrorfilm-Effekt

Eindrücklich bringt dieser Spot des Kanadischen Roten Kreuzes seine Message auf den Punkt. Er tut das, was gute Werbung ausmacht: er berührt, er «fahrt i»! Wie? Mit gutem Storytelling und einer Kameraperspektive, die für Nähe und Emotion sorgt.

Es gibt diesen Moment in Romanen und Filmen, der, in dem man merkt, es ist nicht alles so ruhig, so gut, so, wie man es sich bis zu dem Punkt vorgestellt hat. Man sieht die Fäden zusammenlaufen, sieht was passieren könnte, kann, was passieren wird, die Spannung steigt. Man sieht das Unheil kommen – und hofft doch irgendwie, dass es noch anders ausgehen könnte. Man möchte dem bedrohten Protagonisten zurufen «Mach das nicht!».

In weniger als eineinhalb Minuten schafft dieser Spot, kreiert von ICF Olson in Kanada, genau einen solchen Spannungsaufbau. Ein komplettes Drama von «Heile Welt» zur «Katastrophe».

Der gelungene dramaturgische Aufbau, die Ich-Perspektive des Kindes und die Tatsache, dass die ganze Situation sehr lebensnah wirkt, tragen dazu bei, dass die Botschaft nicht nur auf der Verstandesebene ankommt, sondern auch emotional ins Schwarze trifft. (nod)