Bundesrat will Kampagne gegen Sexismus lancieren

Der Bundesrat will eine Präventionskampagne gegen Sexismus lancieren. Er nimmt damit ein Anliegen von Grünen-Präsidentin Regula Rytz auf, welche die Kampagne mit einer Motion fordert.

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Die Präventionskampagne soll mehrere Jahre dauern und über verschiedene Kanäle wie etwa Social Media, Plakate, Inserate, Kinospots verbreitet werden. Zudem soll sie in Zusammenarbeit mit den Kantonen sowie der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Bildung und Kultur umgesetzt werden, um eine möglichst breite Wirkung zu erzielen.

Die Motionärin begründet ihr Anliegen mit einer «aktuellen» Studie von Amnesty International, wonach 59 Prozent der Frauen in der Schweiz sexuelle Belästigung erlebt hätten. Jede fünfte Frau habe ungewollte sexuelle Handlung im strafrechtlichen Bereich erlebt und 61 Prozent der jungen Frauen würden in sozialen Medien aufgrund ihrer körperlichen Erscheinung beleidigt oder sexuell erniedrigt.

Die Schweiz habe sich im Rahmen des Uno-Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Cedaw) dazu verpflichtet, Massnahmen zu treffen, mit welchen Praktiken beseitigt werden, welche auf stereotypen Rollenbildern beruhen. Trotz der Bemühungen sei die Diskriminierung nicht kleiner geworden - Verbote sexistischer Werbung, Sensibilisierung von Führungskräften und Schlichtungsstellen würden nicht genügen.

Der Bundesrat beantragt dem Parlament, die Motion anzunehmen. Der Nationalrat wird als Erstrat darüber diskutieren, ob er eine Kampagne gegen Sexismus befürwortet. (SDA)