In Grossbritannien sind Stereotypen in der Werbung nun verboten

Was im Dezember angekündigt wurde, ist nun Tatsache: Das Verbot von Geschlechter-Stereotypen in der Werbung ist in Kraft getreten.

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Die Advertising Standards Authority (ASA) macht Ernst: Wer in Werbung künftig geschlechtsspezifische Klischees zeigt, verstösst gegen das Gesetz. Man habe herausgefunden, dass manche Darstellungen in der Werbung eine Rolle dabei spielen, das Potenzial von Menschen zu beschränken, teilt ASA-Geschäftsführer Guy Parker mit. Grundlage für diese Erkenntnis bildet eine zuvor durchgeführte Studie, welche besagt, dass eine stereotypisierte Darstellung zur Geschlechterungleichheit beiträgt.

Wenn Frauen nicht parkieren oder rechnen können, dem Mann hinterherputzen oder als fürsorglicher (als ihr Ehepartner) abgestempelt werden, greift künftig die ASA ein und gibt die Werbung nicht frei. Auch dürfen Männer nicht mehr als wagemutiger als Frauen dargestellt werden.

Weiterhin erlaubt ist hingegen beispielsweise die klischeehafte Darstellung, wenn sich ein Produkt nur an ein Geschlecht richtet oder wenn die Geschlechter beim erfolgreichen Verrichten einer vermeintlich typischen Tätigkeit gezeigt werden. Männer dürfen also als leidenschaftliche Heimwerker dargestellt und Frauen beim Shopping gezeigt werden. Bei der Beurteilung soll von Fall zu Fall entschieden und dabei Inhalt und Kontext beachtet werden, teilt die ASA mit.

Die Werbe-Aufsichts-Behörde hatte die Branche bereits im vergangenen Dezember auf die anstehenden Regeländerungen vorbereitet und den Akteuren im Werbemarkt ein halbes Jahr Zeit gegeben, sich auf die neuen Standards vorzubereiten.

 

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