Parteiische Medien beeinflussen unpolitische Rezipienten

Politische Ansichten von US-Rezipienten werden von parteiischer Berichterstattung beeinflusst, wenn diese wenig an Politik interessiert sind und normalerweise nur unparteiische Medien konsumieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

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Dem Forschungs-Team zufolge ist der Einfluss von Medien auf politische Ansichten nur begrenzt, da Menschen sehr unterschiedlich auf sie reagieren und viele persönliche Faktoren im Spiel sind. «Politisches Überzeugen ist schwer. Wenn es leicht wäre, würde die Welt heute deutlich anders aussehen», meint Adam Berinsky, Professor am MIT und Co-Autor der Studie.

Unpolitische leichter überzeugt

Um zu ermitteln, wie sich parteiische Berichterstattung auf die politischen Ansichten von Sehern auswirken, hat das MIT-Team eine Reihe von Experimenten und Umfragen mit mehreren Teilgruppen von Probanden durchgeführt. Diese wurden anhand von Faktoren wie Ideologie und Präferenzen bei Medien aufgeteilt. Die Forscher zeigten den Studienteilnehmern politische Inhalte von parteiischen und unparteiischen Medien und testeten ihre Reaktion darauf.

Es stellte sich heraus, dass Befragte, die freiwillig parteiische Medien konsumieren, von deren Inhalten weniger beeinflusst werden als solche, die eher zu unparteiischen Medien neigen. Das bedeutet, dass unpolitische Menschen, die keine fixe Meinung haben, eher überzeugt werden können, als jene, die bereits wissen, was ihre Präferenz ist. Laut den Forschern kann nur ein Kontakt mit parteiischen Medien die politische Ausrichtung eines vorher unpolitischen Menschen um ein Drittel verschieben. Auch auf parteiische Seher könne parteiische Berichterstattung einen Einfluss haben, jedoch sei er deutlich geringer.

Grossteil hat kein Interesse an Politik

Berinsky gibt zu bedenken, dass die meisten Menschen in den USA nicht an politischen Nachrichten interessiert sind. Eine Einflussnahme durch parteiische Medien sei bei einem Grossteil der Bevölkerung wenig wahrscheinlich. «Wir haben nur herausgefunden, dass diese Leute beeinflussbar sind, weil wir sie gezwungen haben, Nachrichten zu schauen», so Berinsky. Künftig wollen die Wissenschaftler auch die Auswirkungen von Berichterstattung erforschen, die gegen die Ansichten der Seher ist. (pte)