Genfer Justiz stützt Tamedia im Streit gegen Maudet

Ein Genfer Gericht hat die Position von Tamedia im Streit um eine von Pierre Maudet geforderte Gegendarstellung gestützt. Der Genfer Staatsrat hatte eine andere Version eines im November 2018 im Tages-Anzeiger erschienenen Berichts gewünscht.

Maudet

Bei dem umstrittenen Artikel mit dem Titel «Maudets Kritikerin muss schweigen» ging es um eine krankgeschriebene Journalistin des Westschweizer Radios RTS, welche über die Reise des Staatsrates nach Abu Dhabi recherchiert hatte. Dem Artikel zufolge hatte Maudet «Mühe mit der kritischen Neugierde» der Journalistin, weshalb er beim Chefredaktor von RTS interveniert habe.

Nach der Veröffentlichung des Berichts verlangte der FDP-Politiker eine Gegendarstellung, welche die Zeitung in der geforderten Form jedoch ablehnte. Weil es keine Einigung gab, musste sich ein Zivilgericht des Kantons Genf mit dem Fall befassen (Werbewoche.ch berichtete).

Dieses hat nun entschieden und die Position der Zeitung gestützt, wonach der Gegendarstellungstext in der ursprünglichen Version von Maudet nicht hätte veröffentlicht werden können, wie Tamedia in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Das Gericht hat gemäss Tamedia insgesamt sechs Änderungen des Textes angeordnet.

 

Gegendarstellung publiziert

Als wichtigsten Erfolg bezeichnet Tamedia, dass das Gericht «einen unbelegten, rufschädigenden Vorwurf» gegen die Westschweizer Journalistin aus dem Text von Maudet gestrichen habe. Mit den vom Gericht angeordneten Änderungen entspreche die Gegendarstellung den gängigen Standards, unterstreicht Tamedia. Die geänderte Version wurde in der Online-Ausgabe der Zeitung vom Dienstag publiziert.

Maudet hält darin fest, dass ihm in dem Artikel unterstellt worden sei, die Journalistin direkt oder mit Hilfe seines Umfelds unter Druck gesetzt zu haben, um sie zum Schweigen zu bringen. Diese Vorwürfe seien unbegründet.
«Ich habe niemals versucht, irgendjemanden bei RTS direkt oder indirekt zu beeinflussen», schreibt Maudet. Wenn er sich in Bezug auf eine Sendung an den Chefredaktor des Radios RTS gewandt habe, dann deshalb, weil ihn die Journalistin nicht mit Informationen konfrontiert habe, bevor sie diese veröffentlicht habe.

Die Redaktion schreibt, sie halte an ihrer Darstellung fest. (SDA)