Freenet-CEO Vilanek: «Der Markt will die UPC-Übernahme nicht»

Der Chef der deutschen Telekom-Firma Freenet, Christoph Vilanek, kritisiert den Verwaltungsrat von Sunrise harsch und spricht in einem Handelszeitung-Interview, das am Freitag online publiziert wurde, von einem «groben Missbrauch der Aktionärsdemokratie».

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Vilanek sagt: «Ich dachte bisher immer, dass auch in der Schweiz ein Unternehmen den Aktionären und nicht dem Verwaltungsrat gehört. Aber dieses Verständnis scheint der Sunrise-Verwaltungsrat nicht zu teilen.» 

Freenet besitzt knapp 25 Prozent an Sunrise und ist damit der grösste Aktionär des Telekom-Unternehmens. Vilanek wendet sich entschlossen dagegen, dass Sunrise – wie vom Verwaltungsrat geplant – UPC übernimmt. Im Gegenzug hat der Sunrise-Verwaltungsrat unter Präsident Peter Kurer beschlossen, die Freenet-Vertreter von den zukünftigen Beratungen über die UPC-Transaktion auszuschliessen. 

Vilanek gibt sich im Gespräch mit der Handelszeitung optimistisch, dass er die UPC-Übernahme an der ausserordentlichen GV verhindern kann. Seit er am Freitag bekannt gab, dagegenzustimmen, «erhielten wir viele Anrufe von Investoren, die unsere Meinung teilen. Die uns sagten, dass sie an der GV dagegenstimmen werden. Und das waren keine Kleinaktionäre.» Und weiter: «Der Markt will das nicht. Offensichtlich sind die ganzen Hedgefonds in der Sache short.» 

Wenn das Management so sicher wäre, «dass die Transaktion locker durchgeht, dann könnte es doch ganz entspannt argumentieren: Freenet ist dagegen, der Rest ist dafür. Die Aggressivität, die jüngst in allen Äusserungen zu hören war, zeigt deutlich: Es gibt ganz viele institutionelle Anleger, die massive Zweifel an der Transaktion haben.»