20 Minuten wegen Politwerbung auf der Frontseite gerügt

Der schweizerische Presserat hat 20 Minuten wegen eines Inserates zur Selbstbestimmungsinitiative auf der Frontseite gerügt. Das Blatt habe damit die Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten betreffend die Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt verletzt.

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Das Inserat mit dem Text «Sollen türkische Richter unser Minarettverbot aushebeln können? Wer das nicht will, sagt Ja zur Selbstbestimmungsinitiative!» abgedruckt. Dabei war die Illustration eines Minaretts in der gleichen Farbe gehalten wie das Logo von 20 Minuten.

Zwar habe der Verlag den gängigen Kriterien für die Trennung von Inhalt und Werbung Rechnung getragen, indem für das Inserat eine andere Schrift verwendet worden sei als für die übliche Frontseite, schreibt der Presserat in seinem am Freitag veröffentlichten Entscheid. Darüber hinaus sei auch der Auftraggeber «Egerkinger Komitee» erwähnt gewesen und es habe eine Kennzeichnung als Anzeige geben.

Aber dieser Hinweis sei kaum sichtbar gewesen und das Komitee der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Vor allem aber sei alles auf einer einzigen grafischen Ebene angelegt gewesen und daher sei für die Leserschaft zu wenig Klarheit über die Frontseite entstanden, die üblicherweise immer die wichtigsten Informationen enthalte.

Anders beurteilte der Presserat aufgrund von zwei Beschwerden die Seite 2: Dort sei der Unterschied zwischen der politischen Werbung und dem redaktionellen Inhalt auf den ersten Blick klargeworden und zwar aufgrund des völlig verschiedenen Schriftbildes. Auch habe dabei kein falscher Eindruck entstehen können, obwohl in diesem Fall die erforderliche Kennzeichnung als «Anzeige» gefehlt habe. (SDA)

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