Tamedia publiziert Entschuldigung an Carl Hirschmann

Tamedia hat in verschiedenen Zeitungen Entschuldigungen an Carl Hirschmann publiziert. Damit wird ein jahrelanger Rechtsstreit beigelegt.

In den Tamedia-Titeln Tages-Anzeiger und 20 Minuten publizierte das Medienhaus am Donnerstag sowohl Online wie auch Print eine Entschuldigung für die Berichterstattung zum Fall Carl Hirschmann von November 2009 bis Januar 2012. Grund dafür ist ein Urteil des Bundesgerichts. Darin wird festgehalten, dass mit dieser Berichterstattung die Persönlichkeit Carl Hirschmanns verletzt wurde. Insbesondere seien teilweise spekulative, vor Gericht nicht belegte Vorwürfe in einer Art verbreitet worden, welche die Unschuldsvermutung missachtete. Das Gericht kritisierte auch die Intensität, mit der über den Fall berichtet wurde.

Das Bundesgericht sprach 2017 von einer «übermässigen Einmischung» und einer Blossstellung in den Augen des Durchschnittskonsumenten. «Diese Persönlichkeitsverletzung lässt sich nicht mit einem überwiegenden öffentlichen Interesse rechtfertigen.»  

Das Zürcher Handelsgericht habe zudem festgestellt, dass Carl Hirschmann wegen der Berichte «eine schwere immaterielle Unbill» erlitten habe, heisst es im von Tamedia publizierten Kurztext, der auch in einer französischsprachigen Version verfügbar ist. 

Hirschmanns PR-Berater Sacha Wigdorovits versendete am Donnerstag ein Statement seines Mandanten. Dieser sei zufrieden, «dass sich nach Ringier jetzt auch Tamedia bei mir entschuldigt hat und damit ein jahrelanger Rechtsstreit beigelegt werden konnte.»  (hae)

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