Neuer Verein will sich für mehr Medienvielfalt einsetzen

Ein neugegründeter Verein «Pro Idée Suisse» will die Medienvielfalt von Bern aus in der Schweiz fördern und sich gegen die zunehmende Zentralisierung der Medien in Zürich zur Wehr setzen. Ein prominent besetztes Unterstützungskomitee hilft.

Pro Idee Suisse

Das Motto des neuen Vereins: Einsatz für eine vielfältige Schweizer Medienlandschaft und einen Service Public, welcher dem Föderalismus des Landes Rechnung trägt.

Die Initiantinnen und Initianten können auf ein prominent besetztes Unterstützungskomitee zählen: Mit Albert Rösti (SVP), Gerhard Pfister (CVP), Regula Rytz (Grüne) und Martin Landolt (BDP) sind vier schweizerische Parteipräsidenten vertreten. Von der SP ist Vizepräsident Beat Jans dabei, nebst viel anderer nationaler und bernischer Politprominenz. Der Verein wird sich auf politischer Ebene für seine Anliegen einsetzen und zudem die breite Bevölkerung mit gezielten Kommunikationsmassnahmen sensibilisieren.

Dem Vorstand gehören mit Peter Salvisberg (ex-Chefredaktor Schweizer Radio International /Swissinfo) und Markus Mugglin (ex-Redaktionsleiter «Echo der Zeit») auch zwei ehemalige SRG-Kaderleute an. Support gibt auch der Berner Medienanwalt Willi Egloff und den Kontakt zur Politik stellt Béatrice Wertli, Präsidentin der CVP Kanton Bern und ehem. Generalsekretärin der CVP Schweiz, sicher. Mit Persönlichkeiten aus der Westschweiz und dem Tessin ist man im Gespräch.  Anlass zur Vereinsgründung bildete der von der SRG beschlossene Kahlschlag im Radio Studio Bern.

Die SRG führte jahrelang den Zusatz «Idée Suisse» in ihrem Namen. «Unser Vereinsname ist Programm und natürlich wollen wir die SRG mit ihrem ehemaligen Namen an ihre Aufgaben erinnern», meint Peter Salvisberg. Gerade die SRG müsse föderalistisch und nicht zentralistisch handeln. Markus Mugglin: «Die Medienkonzentration in Zürich ist für die Schweiz alarmierend, wir wollen da mit unseren Möglichkeiten Gegensteuer geben».

Ein Argument, das die SRG immer wieder ins Feld führte: In Bern werde die Politberichterstattung verstärkt. Gemäss den beiden Medienprofis ist dies «Schönfärberei»: Ein Blick auf die Zahlen zeige, dass dies keineswegs der Fall sei: Die Bundeshausredaktion des TV SRF soll fünf neue Stellen erhalten. Und es soll eine 15-köpfige sprachübergreifende Themenredaktion neu geschaffen werden.

«Auf der anderen Seite werden 170 Radiomitarbeitende von Bern nach Zürich verlegt, das ist fast die gesamte Abteilung Information von Radio SRF» meinen die beiden ehemaligen SRG-Kader. Es gehe aber dem Verein nicht nur um die Rettung des Radiostudios Bern, sondern um die grundsätzliche Problematik der Medienkonzentration, Medienvielfalt sei ein Garant für die Demokratie. Seine Anliegen hat der Verein auf der Website Proideesuisse.ch publiziert.