Presserat bedauert das Löschen von Blick-Artikeln aus der SMD

Das Präsidium des Schweizer Presserats bedauert die Löschung von über 200 Blick-Artikeln aus der Schweizer Mediendatenbank (SMD) durch Ringier. Dieser «willkürliche Eingriff in die Archivfreiheit» verfälsche das Bild dessen, was Schweizer Medien zum Fall Spiess-Hegglin/Hürlimann publizierten, heisst es in einer Stellungnahme.

SMD Presserat

Damit auch spätere  Generationen ein getreues Bild erhielten, müsse ein Archiv möglichst vollständig sein. Die SMD habe daher die zentrale Aufgabe, die Gesamtheit der zu ihrem Sammelfeld gehörenden Objekte aufzubewahren. Nur so werde ein Archiv zum wahrhaften historischen Gedächtnis, schreibt der Presserat.

Institutionell müsse daher sichergestellt sein, dass die SMD Dokumente nur im absoluten Ausnahmefall lösche, etwa auf  Gerichtsbeschluss. Dass Drittelseigner Ringier (neben Tamedia und SRG) eigenmächtig einen ganzen Themenkomplex entfernen lasse, gehe nicht an, kritisiert der Presserat. «Denn die Mediendatenbank ist kein beliebiges Firmen- oder  Privatarchiv. Selbst in einem Firmenarchiv wäre ein solches Unterdrücken von Artikeln fragwürdig», heisst es weiter.

 

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