MySports und die SRG kämpfen um die Vorherrschaft im Eishockey

In der aktuellen Eishockey-Saison setzt UPC mit MySports One auf ein breites Publikum und wird so zur direkten Konkurrenz der SRG. Am Leutschenbach beobachtet man diese Entwicklung nicht nur entspannt.

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Sprach man in der vergangenen Saison bei MySports noch in erster Linie die bezahlenden Zuschauer des 25 Franken pro Monat kostenden Pay-TV-Senders MySports Pro an, geht man in der aktuellen Spielzeit auf die Masse: In der laufenden Playoff-Phase führte der Sender die Konferenzschaltung ein und strahlt diese auf MySports One aus – dem Kanal, den die meisten Kabelnetzkunden frei empfangen können. Die Konferenz war bisher vor allem bekannt aus der Bundesliga-Übertragung (Sky) und seit jeher aus dem Radio. Dabei wird von Spiel zu Spiel hin- und  hergeschaltet, die Zuschauer bekommen in Echtzeit mit, wenn in einem der parallel laufenden Spiele etwas Nennenswertes passiert. Im Schweizer Eishockey ist die Konferenzschaltung ein Novum.

Diese Reichweitenstrategie, die als Frontal-Angriff auf die Eishockey-Vorherrschaft der SRG interpretiert werden könnte, stösst am Leutschenbach auf Kritik. «So war das nicht angedacht bei den Verhandlungen», sagt SRF-Sportchef Roland Mägerle im Interview mit der SonntagsZeitung. «Wir reden da von rund 1,5 Millionen Haushalten. Die Idee war immer: Wir im Free-TV bedienen die breite Öffentlichkeit, und im Pay-TV sieht man alles, das ist für den Fan». Diese Unterteilung ist nun aufgebrochen worden. «Ich finde, es macht keinen Sinn, dass zwei Anbieter im gleichen Segment sind. So verliert das Produkt Eishockey für uns an Wertigkeit», so Mägerle.

Kampflos überlässt man bei SRF der privaten Konkurrenz das populäre Eishockey-Feld indes nicht. So zeigt man im aktuellen Viertelfinal erstmals zwei Spiele gleichzeitig auf SRF2 und SRF Info – Eishockey total. Sie habe kurz leer geschluckt, als sie das erfahren habe, sagt MySports-Programmchefin Steffi Buchli gegenüber der SonntagsZeitung. Denn auf den meisten Fernbedienungen belegten die beiden SRF-Sender die Nummer zwei und drei. Dem eigenen Team habe sie geraten, die SRF-Offensive als Kompliment zu sehen, so Buchli, die vor ihrem UPC-Engagement eines der Aushängeschilder der SRF-Sportberichterstattung war.

Beim Eishockey-Verband freut man sich über den Konkurrenzkampf der beiden TV-Anstalten, die auch die Eishockey-Berichterstattung ausserhalb der Live-Spiele ausgebaut haben. «Jede Minute, die mehr über Eishockey berichtet wird, ist in unserem Interesse», sagt Denis Vaucher, Direktor National und Swiss Leage gegenüber der SonntagsZeitung.

Vor allem beschert das gesteigerte Medieninteresse dem Verband volle Kassen. Waren die TV-Rechte 2006 noch 8,5 Millionen Franken wert, so bezahlen heute UPC und SRG zusammen im Schnitt jährlich 35,4 Millionen Franken. Grund für diesen Anstieg war in erster Linie das Wettbieten der beiden Pay-TV-Sender Teleclub (Swisscom) und MySports (UPC).

 

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