Was ist eigentlich … Mixed Reality?

Um den Begriff Mixed Reality (MR) zu erklären, kommt man nicht um die Begriffe Virtual Reality und Augmented Reality herum. Unter Virtual Reality (VR) versteht man eine künstlich erschaffene Welt, die man mit einer Brille (oder Head Mounted Display) besucht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Medien schaut man Inhalte nicht durch ein Fenster (also einen Bildschirm) an, sondern taucht darin ein. Vor den Augen der Betrachter befinden sich Displays, die die virtuelle Welt darstellen. Zusätzlich trägt man Kopfhörer für einen realistischen Surround-Sound. Sobald man in die virtuelle Realität taucht, wird die tatsächliche Realität komplett ausgeblendet, dem Gehirn wird eine virtuelle Welt vorgegaukelt. Darin kann man sich nicht nur umschauen, sondern man kann sich mit fortgeschrittenen VR-Systemen auch darin bewegen und mit Gegenständen oder anderen Personen interagieren. Diese sogenannte Immersion führt dazu, dass man Inhalte viel intensiver erlebt. Bekannte Systeme für VR sind die GearVR von Samsung, die Oculus Rift, HTC Vive oder Playstation VR.

Bei Augmented Reality (AR) wird die Realität nicht ausgeblendet, sondern mit digitalen Inhalten ergänzt (sprich: augmented). Mit modernen Smartphones werden dabei wie durch ein magisches Fenster digitale Inhalte in die Umgebung eingesetzt. So können beispielsweise mit Facebook Gesichter mit virtuellen Masken versehen oder in der Ikea-AR-Applikation virtuelle Möbel in der Wohnung platziert werden. Bekannt wurde die Technologie schlagartig im Sommer 2016, als das AR-Spiel Pokémon Go die Welt eroberte und zahlreiche Menschen virtuelle Pokémons in der realen Welt jagten.

Während also Virtual Reality die Menschen an alle möglichen und unmöglichen Orte teleportiert, bringt Augmented Reality alle möglichen digitalen Inhalte zu den Menschen.

Mixed Reality schliesslich ist mit Augmented Reality eng verwandt und kann als Untergruppe davon definiert werden. Der Unterschied zur «erweiterten» Realität liegt aber darin, dass die MR-Systeme dank leistungsfähigen Sensoren die reelle Umwelt als 3D-Umgebung erkennen und digitale Inhalte so passgenau einbetten können. Langfristig wird es damit also möglich sein, digitale Inhalte mit der realen Welt so stark zu verschmelzen, dass sie nicht mehr als solche wahrgenommen werden.

Zurzeit steht der Markt mit Geräten wie der Hololens von Microsoft oder der Meta-Brille noch am Anfang der Entwicklung. Mit Magic Leap kommt dieses Jahr noch eine weitere Brille auf den Markt. Aber auch schon moderne Smartphones wie das iPhone X besitzen die Technologie und Rechen power, um die reale Welt mit der digitalen Welt zu verschmelzen, oder eben reale und virtuelle Realitäten zu «mixen».

Begriff erklärt von: Urs Langenegger, Mitgründer des AR- und VR-Dienstleisters Bandara.