Neue Organisation soll die Schweiz als Filmkulisse attraktiver machen

Die Schweiz soll wieder vermehrt Hollywoodkulisse werden. Mit einer neuen Organisation zur audiovisuellen Standortförderung geht die Schweizer Filmwirtschaft in die Offensive.

James Bond Goldfinger Schweiz

«Film Commission Switzerland» heisst laut SonntagsBlick die Organisation, mit der die Branche unter der Federführung des Dachvebandes Cinésuisse die Schweiz wieder auf die Landkarte der internationalen Filmproduktionen bringen will. Was früher gang und gäbe war – etwa mit den in der Schweiz gedrehten James-Bond-Klassikern «Im Geheimdienst ihrer Majestät»  (1969) oder «Goldfinger» (1964, Bild oben) – ist heute rar geworden: die Schweiz als Drehort für Blockbuster. So wurde der letzte Bond etwa in Österreich gedreht, da Wien mit gezielten Förderbeiträgen nachgeholfen hatte. Der Psycho-Thriller «A Cure for Wellness» spielt zwar in der Schweiz, wurde aber gar nicht hierzulande gedreht, sondern in Deutschland.

Die Schweiz hinkte punkto audiovisueller Standortförderung bisher hinterher, wie Thomas Tribolet von der Swiss Film Producers Association (SFP) gegenüber dem SonntagsBlick ausführt: «Heute hat jedes Land in Europa eine Film Commission – ausser der Schweiz.» Das soll sich nun ändern – die neue Organisation soll vermehrt grosse ausländische Filmproduktionen in die Schweiz locken.

Gründe, auf die Schweiz zu setzen, gäbe es viele. Nicht nur «beste filmtechnische und filmorganisatorische Dienstleistungen» könne das Land bieten, sagt Tribolet, sondern auch eine geeignete Hotellerie und generelle Infrastruktur.

Geht es nach Cinésuisse, soll die neue Organisation durch Bundesmittel finanziert werden. Laut Thomas Tribolet verfolgt man seitens Produzenten das Ziel, dass das Seco auch eine Förderung für die Audiovision vorsehen würde. BDP-Ständerat Werner Luginbühl ist überzeugt, dass sich die Investitionen auszahlen würden: Eine vierwöchige Produktion etwa liessen sich ausländische Produktionsfirmen vier Millionen Franken kosten.

Hinzu kommt ein Marketing-Effekt für den Schweizer Tourismus. So profitiert etwa das Schilthorn, auf dem «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» gedreht wurde, heute noch von der weltweiten Bekanntheit aus dem Bond-Film und ist auch 50 Jahre nach Drehschluss noch ein beliebtes Auflugsziel für ausländische Gäste.