Inbound 2019 Boston: Eine Woche der Hub für Digital-Marketing

Unser Korrespondent Christoph Oggenfuss schreibt diese Woche täglich von der Inbound 2019 Digital-Marketing-Konferenz in Boston. Mit über 20’000 Teilnehmenden aus circa 100 Ländern und 300 Speakern ist die Inbound die grösste Digital-Marketing-Konferenz weltweit.

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Alt und neu finden in Boston gut Platz nebeneinander

 

Boston präsentiert sich am Dienstag-Morgen mit stahlblauem Himmel und angenehmen Temperaturen von der besten Seite. Die Stadt ist geprägt durch eine harmonische Verbindung von alt und neu, wie zum Beispiel die ehrwürdige Harvard Business School in Cambridge am Charles River (Bild links) und dort die moderne Architektur des John F. Kennedy Museums (Bild rechts) – beides ein Besuch wert, keine Frage.

 

Uber-City

Und ja, Boston ist wie San Francisco eine Stadt in der sich Uber stark ausgebreitet hat. In Gesprächen mit mehreren Fahrern wird deutlich, worauf der Erfolg dieses Unternehmens zurückzuführen ist: Convenience für die Kunden und Flexibilität für die Fahrerinnen und Fahrer. Da spreche ich mit einer jungen Brasilianerin, die seit sechs Jahren in Boston als Reinigungsperson arbeitet und daneben noch für Uber fährt – so realisiert sie sich ihren Traum des eigenen Hauses in Brasilien. Oder dann der ältere Amerikaner, der Schulbus-Fahrer ist und daneben sein Gehalt mit Uber-Einsätzen aufbessert. Es wäre ja interessant zu wissen, in welchem Ausmass Uber, Lyft und Co. aufgrund ihrer Einsatzflexibilität für die Fahrer für zusätzliche Wertschöpfung zuständig sind. Und die eine Fahrerin, die mir spontan Wasser im Fahrzeug angeboten hat – das ist mir in meinem Leben bei konventionellen Taxis noch nie passiert. 

 

Boston glänzt

Im Unterschied zu anderen amerikanischen Grossstädten ist Boston sauber und hat immer noch überschaubare Dimensionen. Natürlich hinterlässt das Wachstum auch hier seine Spuren, aber seit die gigantischen U-Bahn-Baustellen verschwunden sind, hat die Stadt wieder ein menschliches Gesicht. Boston ist auch der Standort des Hauptsitzes der Firma Hubspot, dem Initianten und Sponsor der traditionellen Inbound-Konferenz. Dieser Umstand ist nicht zuletzt dem Massachusetts Institute of Technology MIT in Cambridge geschuldet – einem ausgezeichneten IT-Talentpool. Boston strahlt wirklich Lebensfreude aus wie das Kunstwerk im Museum of Fine Arts auf den Punkt bringt. 

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Symbolträchtige Kunst im Museum of Fine Arts von Boston

 

Im Verkauf macht nicht das Was, sondern das Wie den Unterschied

Eine der Taglines der Konferenz lautet: Nicht was du verkaufst, sondern wie du verkaufst macht den Unterschied. Dieser Satz mag auf den ersten Blick nicht überzeugen, bei genauerer Betrachtung hingegen wird klar, dass wir in einer Angebotssituation von einem Überfluss an austauschbaren Produkten leben. Zugegeben, das ist etwas überspitzt ausgedrückt, bringt aber die Realität auf den Punkt. Vor diesem Hintergrund wird das «Wie» im Verkauf zentral, und hier sind die Gestaltungs- und Differenzierungsmöglichkeiten auch gross. Diesem Thema war auch die erste Keynote von heute Abend mit der Bestseller-Autorin Elisabeth Gilbert («Eat, Pray, Love») gewidmet. Sie propagiert Mut und Kreativität als Zugang zu einem authentischen Verkaufsapproach; interessant dabei ist ihre Feststellung, dass Kreativität sich nicht daran misst, was man tut, sondern vielmehr wie man lebt und agiert.

Gespannt warten wir auf die Beiträge des nächsten Konferenztages.