Hero gewinnt Markenstreit gegen Heera

Ein englisches Unternehmen liess in der Schweiz den Markennamen «Heera» eintragen. Hero wehrte sich vor Gericht erfolgreich dagegen.

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Die einstige «Conservenfabrik Lenzburg» ist heute ein globaler Konzern. Die Hero Gruppe beschäftigt rund 4000 Angestellte in 19 Ländern – von Europa über die USA nach Afrika und Zentralasien. Rund 160 davon arbeiten für die Hero Schweiz, der Hauptsitz befindet sich nach wie vor im Aargauischen Lenzburg.

Entsprechend aufmerksam beobachtet Hero die internationale Konkurrenz – um einzugreifen, wenn die eigene Marke bedroht scheint.

So geschehen, als die britische Marke Heera in der Schweiz eingetragen wurde. Wie die Schweiz am Wochenende berichtet, wandte sich Hero daraufhin an das Institut für Geistiges Eigentum. Dieses bestätigte eine Verwechslungsgefahr. Begründung: Bei Produkten des täglichen Bedarfs wird mit einer geringen Aufmerksamkeit der Konsumenten gerechnet. Es wird ins Regal gegriffen und nicht genau hingeschaut – so kommt es schneller zu Verwechslungen von Marken und Produkten.

Heera war mit der Aussage des Instituts nicht einverstanden, der Fall gelangte ans Bundesverwaltungsgericht. Der englische Importeur asiatischer Lebensmittel argumentierte damit, dass sich Bildelemente und Sinngehalt deutlich unterscheiden würden. Ausserdem richte man sich in der Schweiz an ein indisches, sri-lankisches, bangladeschisches und pakistanisches Publikum – dieses könne die Marken auseinander halten.

Das Gericht hat sich in der Folge detailliert mit den beiden Marken beschäftigt, die Schriftarten analysiert und die Aussprachen in verschiedenen Landessprachen verglichen. Fazit: Die beiden Marken sind sich zum verwechseln ähnlich.

Dabei wird dem Heera-Adler und dem Claim «Quality Product» wenig Gewicht beigemessen – zu unspezifisch, zu häufig verwendet. Dem gegenüber habe die Bezeichnung Heera eine erinnerungskräftige Wirkung und war entsprechend zentral für die Beurteilung.

Keine Verwechslungsgefahr besteht laut Urteil hingegen im Saatgut-Bereich. Dort darf sich Heera ins Register eintragen. Da Hero in diesem einen Punkt unterlegen ist, muss das Lenzburger Unternehmen einen Zehntel der Verfahrenskosten übernehmen. Die 450 Franken dürften für den Konzern jedoch verschmerzbar sein.