Markenrechtsverletzung: Swatch geht gegen Samsung vor

Die Swatch Group sieht ihre Markenrechte verletzt und geht gerichtlich gegen Samsung vor. Der Grund dafür sind virtuelle Zifferblätter, die aussehen, wie existierende Uhren von Swatch-Marken.

Swatch Samsung

Wie die NZZ und andere Medien in der vergangenen Woche berichteten, hat der Schweizer Uhrenhersteller in den USA die Einleitung eines Gerichtsverfahrens beantragt. Der Stein des Anstosses: Im App-Store von Samsung stehen virtuelle Zifferblätter für Samsung-Smartwatches zum Download bereit, die Uhren aus der Swatch Group ähneln.

Die Zifferblätter von Smartwatches können nach belieben getauscht und der Uhr so ein bestimmtes Aussehen verpasst werden. Dass virtuelle Zifferblätter an bekannte Uhrenmarken erinnern, ist kein Einzelfall – so sollen allein aus der Swatch Group die Marken Blancpain, Breguet, Glashütte, Hamilton, Jaquet Droz, Longines, Mido, Omega, Swatch und Tissot betroffen sein.

Die Swatch Group fordert nun Schadensersatz. Obwohl die Designs nicht von Samsung selbst entworfen und zur Verfügung gestellt werden, sondern von Drittanbietern, stellt der südkoreanische Elektronik-Gigant doch die Plattform und die Software zur Verfügung.

Die Klage kommt nicht aus heiterem Himmel. So habe die Swatch Group Samsung bereits um die Jahreswende zweimal über beanstandete Zifferblätter-Designs informiert. Samsung habe diese zwar danach aus dem Store entfernt – auf den Wunsch, künftig die Angebote automatisch zu kontrollieren und bei Verstössen zu entfernen, gingen die Koreaner aber nicht ein.

 

Tissot: Original und Fake

Beispiel Tissot: Das Original (links) und der virtuelle Nachbau (rechts).