Migros und Coop zählen weiterhin zu den weltweit 50 grössten Detailhändlern

Unter den Top-250-Detailhändlern der Welt belegt Migros den Platz 39 und Coop den Platz 44. Die Schweizer Duty-Free-Gruppe Dufry zählt zu den am schnellsten wachsenden Detailhändlern der Welt.

Migros und Coop

Die weltweit 250 grössten Detailhändler generierten im Geschäftsjahr 2017 Einnahmen von 4,53 Billionen US-Dollar, was einem Wachstum von insgesamt 5,7 Prozent entspricht. Deloitte ermittelt im Bericht «Global Powers of Retailing» die weltweit 250 grössten Detailhändler anhand von öffentlich zugänglichen Daten des Geschäftsjahres 2017 (die bis Juni 2018 beendeten Geschäftsjahre). 

Bis Anfang 2018 legte die Weltwirtschaft ein starkes Wachstum an den Tag. Aber seit Kurzem nimmt auf den wichtigsten Märkten die Inflation an Fahrt auf, ändern eine Vielzahl an Regierungen ihre Geld- und Fiskalpolitik, und verzeichnen die Währungen verschiedener Schwellenmärkte bedeutende Kursverluste, sodass sich die globale Wirtschaft in nächster Zeit abkühlen könnte. Für Detailhändler bedeutet das: langsameres Wachstum bei den Konsumentenausgaben, höhere Konsumentenpreise und eine Disruption der globalen Lieferketten. 

In der Schweiz seien die Aussichten verheissungsvoller, meint Konstantin von Radowitz, Managing Partner Consumer and Industrial Products von Deloitte Schweiz. «2018 war ein ordentliches Jahr für den Schweizer Detailhandel im Vergleich mit anderen Ländern», so von Radowitz. «Der Umsatz der Schweizer Detailhandelsbranche stieg dank des gesunden wirtschaftlichen Umfelds in der Schweiz um schätzungsweise 0,4%. Trotz weltweiter Unsicherheit sind die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2019 insgesamt gut. Es ist zudem zu erwarten, dass der Privatkonsum stabil bleibt.»

 

Bei den weltweit zehn grössten Detailhändlern hat sich nur wenig geändert

Im Geschäftsjahr 2017 waren die zehn grössten Detailhändler für fast ein Drittel (31,6%) des Gesamtumsatzes der Top 250 Unternehmen weltweit verantwortlich. Die drei grössten Detailhändler, die US-amerikanischen Wal-Mart, Costco und The Kroger, verteidigten ihre Positionen. Amazon befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs und verbesserte sich auf Platz vier, unter anderem dank der Übernahme von Whole Foods. In den vergangenen fünf Geschäftsjahren verbesserte sich das Unternehmen um elf Plätze.

Deloitte Rangliste

Die zehn grössten Detailhändler entwickelten sich mit einem Wachstum von 6,1 Prozent leicht besser als die 250 grössten Detailhändler insgesamt, welche um 5,7 Prozent zulegten. Bei den Top 10 fiel hingegen die Nettoumsatzrendite schwächer aus als im Vorjahr und auch schwächer als bei den 250 grössten Detailhändlern. Dies ist grösstenteils darauf zurückzuführen, dass acht der zehn grössten Detailhändler in einem Sektor tätig sind, dessen Produkte schnell verkauft werden und relativ preiswert sind. Die Margen geraten hier unter Druck, weil die Kosten steigen, weil die Preissetzungsmacht durch zunehmende Konkurrenz und Transparenz abnimmt und weil in den digitalen Wandel des Geschäfts investiert werden muss. 

 

Migros und Coop weiterhin in den Top 50

An der Spitze des Schweizer Detailhandelsmarkts stehen Migros und Coop, und beide behaupteten ihre starken Positionen im Top 250 Ranking: Migros (im Geschäftsjahr 2017 mit einem Detailhandelsumsatz von 24,5 Milliarden USD) erreichte Platz 39 und Coop (22,5 Milliarden USD) Platz 44. Die in Genf angesiedelte Holdinggesellschaft für Luxusartikel Richemont verbesserte sich um neun Plätze auf Rang 129. Die Duty-Free-Gruppe Dufry setzte ihren Wachstumskurs fort und belegte Platz 123. Dufry zählt weltweit zu den Detailhändlern, die in den vergangenen fünf Jahren am schnellsten gewachsen sind (jährliche Wachstumsrate von 21,7%). 

Deloitte Rangliste

«Es ist beeindruckend, dass Migros und Coop mit dem Wachstum des globalen Detailhandels Schritt halten, während der Schweizer Markt nur geringe Wachstumschancen bietet. Die Schweiz ist ein kleines Land und im stationären Detailhandel gibt es nur geringe Skaleneffekte. Ausserdem strömen Konsumenten aus der Schweiz immer noch über die Grenze, um dort einzukaufen, selbst wenn grenzüberschreitenden Einkäufe für Schweizer Shopper preislich weniger attraktiv geworden sind», meint Konstantin von Radowitz. 

Er ergänzt: «E-Commerce hat den hiesigen Detailhandel bislang noch nicht massgeblich beeinträchtigt. Der Verkauf im Internet wächst weiter, der Anteil am gesamten Detailhandelsgeschäft ist aber noch gering: 2018 entfielen in der Schweiz weniger als 10 Prozent des gesamten Detailhandelsumsatzes auf Onlineverkäufe. Andererseits gibt es immer mehr ausländische Akteure wie Amazon, Zalando und AliExpress, die im Schweizer Markt weiterhin stark wachsen. Schweizer Detailhändler müssen daher weiter in ihr Onlinegeschäft investieren.»