Marketing Natives diskutieren über eine erfolgreiche Social-Media-Strategie

Die Marketing Natives treffen sich auch dieses Jahr wieder. Mit neuen Gästen und neuem Konzept wollen sie ihre Eventreihe auffrischen. Gestartet wurde mit Social Media und der Frage, wie eine erfolgreiche Strategie entsteht.

Marketing Natives

Team Marketing Natives: Elisa Da Costa, Priska Renold, Michael Bänziger, Maria-Irene Balidis und Ralph Zimmermann (v.l.)

 

«Frontal-Referenten gibt es wie Sand am Meer», erklärt Elisa Da Costa, Eventorganisatorin bei den Marketing Natives. Insbesondere in dieser Branche werden Hunderte solcher Events veranstaltet. Um sich davon abzuheben und bei der jüngeren Generation attraktiv zu bleiben, hat das Team ein neues Konzept entwickelt. Interaktiver sollte es werden und noch mehr Nutzen schaffen.

 

Näher am Publikum

«Unsere Idee war es, dem Publikum Antworten zu liefern», so Da Costa. Es sollen konkrete Problemstellungen aufgegriffen werden, die die Speakers dann beantworten. Damit steht der Besucher als Individuum im Fokus und kann sich und seine Ideen einbringen. Auch die Locations werden nach diesem Schema gewählt. «Die Treffen finden jedes Mal an einem anderen Ort statt. So bringen wir den Gästen Zürich näher. Zudem sind die Räume kleiner, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen», erläutert die junge Kommunikatorin. Das neue Konzept nennt das Team «Pitch & Talk». Zuerst werden die Probleme der Teilnehmenden gelöst, danach gibt es eine Gesprächsrunde mit den Speakern, bei welcher Fragen zeitgleich gestellt werden dürfen.

Die Eventreihe der Marketing Natvies startet mit einem allgegenwärtigen Thema: Social Media. «Täglich sind wir mit den verschiedenen Kanälen konfrontiert, welche sich stark wandeln. Wir haben uns dann gefragt, wie wir so eine Strategie entwickeln können, die hält», nennt Da Costa die Beweggründe. Antworten liefern zwei Experten: Maria Wetzel, Social Media Verantwortliche bei Schweiz Tourismus und Silvan Schuppisser, Campaign Manager bei Picstars.

 

Bei Social Media geht es um die Menschen

Beim Pitch schreiben die Besucher ihre Probleme auf eine Karte, die gleichzeitig zur Teilnahme für die Verlosung von zwei Tickets zum Schweizer Markenkongress befähigt. Die Speakers ziehen nacheinander eine Karte und versuchen auf das Problem einzugehen, indem sie es gleich mit derjenigen Person besprechen. 

So wollte eine Teilnehmerin wissen, wie sich ein Immobilienvermarkter auf Social Media positionieren könnte. Silvan Schuppisser gab Antwort: «Nur die Objekte abzubilden, ist langweilig. Besser wäre es, mit den Leuten zu sprechen, die schon glücklich in einer Wohnung leben. Sie sollen zu Wort kommen und zeigen, dass sie dank eurer Hilfe ihre Traumimmobilie gefunden haben. Nebenbei könnte man Themen aufgreifen und beispielsweise eine Serie Urban, Garten oder Attika lancieren.» Ein weiteres Problem löste Maria Wetzel. Sie stand vor der Frage, wie man ein IT-Unternehmen illustrieren könnte. «Da es ein schwer greifbares Thema ist, sollte hier auf das Emotionale gesetzt werden. Sprecht Mitarbeitende an, welche in Kurzvideos über ihre Arbeit reden oder stellt sie auf Facebook vor.» Ähnlich waren auch die Antworten auf die restlichen Probleme. Allen gemeinsam: die Menschen. Egal, ob es sich um eine Dienstleistung oder ein Produkt handelt, das Individuum soll im Mittelpunkt stehen. Deswegen funktioniere Influencer Marketing so gut, wie Silvan Schuppisser betont.

 

So werden die «Fake Influencers» erkannt

Im Talk erklärt der junge Campaign Manager, dass das Zusammenarbeiten mit den Influencern immer komplexer wird. «Es ist wichtig, die Beziehungen zu pflegen. Denn es steht und fällt mit den richtigen Personen. Diese sollen zur Marke passen, ihre Werte teilen und sich so mit ihr identifizieren können.» Menschenkenntnis ist zudem gefragt, denn heute sind viele auf Social Media unterwegs, die versuchen so viele Follower wie möglich zu werben, um so Geld zu verdienen, was aber der falsche Ansatz ist. «Wir bei Picstars schauen nicht in erster Linie wie viele Follower einer hat, sondern, welche Werte er vertritt und wie er zu einem Kunden von uns passt», erläutert Schuppisser. So muss gezielt ausgewählt werden zwischen den «wahren» und den «fake» Influencern.

 

Social Media ist kein Trend mehr

Neben den Menschen sind aber andere Skills gefragt, die eine erfolgreiche Social-Media-Strategie erfordern. «Ein Unternehmen soll sich nicht auf Social Media zeigen, um cool zu sein. Auch hier ist marktwirtschaftliches Denken gefragt», so Maria Wetzel. Sie empfiehlt daher, entsprechende Weiterbildungen zu besuchen. Gerade in diesem schnelllebigen Bereich lerne man nie aus. So könnte Photoshop zu einer wertvollen Fähigkeit werden, denn das spare die Grafiker und somit Geld. Wenn aber ein professionelles Video gefragt ist, ist es vielleicht einfacher, eine Produktionsfirma zu engagieren. Man müsse immer die Kapazität eines Unternehmens betrachten und von Fall zu Fall abwägen.

Beide Speaker waren sich einig: Social Media ist schon lange kein Trend mehr und wird auch in Zukunft starke Relevanz besitzen. Man müsse nur ständig die Augen offenhalten.

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Kurzinterview

Vier Fragen an Silvan Schuppisser zum Thema Influencer Marketing

Das Thema Influencer Marketing wird so kontrovers diskutiert wie nie. Werbewoche.ch hat Silvan Schuppisser am Event auf die Seite genommen und ihm vier Fragen zum Thema gestellt. 

 

Werbewoche.ch: Sind Influencer für die Social-Media-Strategie unentbehrlich geworden?

Silvan Schuppisser: Ich denke man muss Influencer als eine Möglichkeit innerhalb der gesamten Marketingstrategie betrachten. Es gibt viele Bereiche, in welchen Influencer mit ihren authentischen Inhalten punkten können.

 

Ab welchem Zeitpunkt braucht man denn einen Influencer?    

Ein Unternehmen fragt sich bei der Planung, welche Community angegangen werden soll und welche Geschichte auf Social Media erzählt werden soll. Bei diesem Zeitpunkt stellt sich auch die Frage, ob Influencer als Botschafter eingesetzt werden sollen.

 

Besteht die Gefahr, dass sich ein Unternehmen dadurch lächerlich macht?

Nein, wenn die Influencer professionell und gut überlegt ausgewählt werden, ist dieses Risiko gering. Bei der Auswahl kann die Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Agentur helfen. Wir informieren die Kunden und helfen, den passenden Influencer für den Brand zu finden, der auch professionellen Content bereitstellt.

 

Was ist professioneller Content?

Der Content Creator sollte authentisch wirken und gleichzeitig die Botschaft der Marke vermitteln. Dazu kommt für mich, dass er sich an die Vereinbarungen hält, welche er mit dem Kunden oder der Agentur abgemacht hat.