Rasant wachsender Markt: Schweiz bei Muslimen hoch im Kurs

Immer mehr Gäste aus den Golfstaaten besuchen die Schweiz. Das Land liegt auf einer neuen Reise-Rangliste für Muslime weit vorne. Das freut Schweiz Tourismus.

Muslime

Wie die SonntagsZeitung in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, hat die Anzahl Logiernächte von Gästen aus Golfstaaten seit 2013 um 52 Prozent zu genommen. Seit 2007 gar um 160 Prozent. Aktuell sind es jährlich 950'000. Laut der Marketingorganisation Schweiz Tourismus handelt sich dabei um einen «rasant wachsenden Markt».

Diese steigende Attraktivität bildet sich im «Global Muslim Travel Index» ab, den der Reiseberater Crescent Rating und Mastercard veröffentlichten. Aufgeführt werden nicht muslimische Ferienziele für Muslime. Die Schweiz belegt von 82 ausgewerteten Ländern den elften Platz und liegt damit unter anderem vor Spanien, Neuseeland, Kanada und den USA. Die USA sind dieses Jahr sogar aus den Top 20 gefallen.

  1. Singapur
  2. Thailand
  3. Grossbritannien
  4. Japan
  5. Taiwan
  6. Hongkong
  7. Südafrika
  8. Deutschland
  9. Frankreich
  10. Australien
  11. Schweiz
  12. Spanien
  13. Südkorea
  14. Philippinen
  15. Kananda
  16. Russland
  17. China
  18. Irland
  19. Indien
  20. Neuseeland

Analysiert werden für das Ranking Informationen von Regierungen, der UNO und von Reiseportalen wie Booking.com. Wichtige Kriterien bilden dabei das politische Klima und die Servicekultur des Landes.

Dass die Schweiz dabei gut abschneidet, ist kein Zufall: Beliebte Reiseziele wie Interlaken, Genf oder Zürich stellen sich mittlerweile konsequent auf die arabischen Gäste ein. So hätten beispielsweise alle Genfer Fünfsternhotels Arabisch sprechende Angestellte, sagt Lucie Gerber, Sprecherin von Genf Tourismus, zur SonntagsZeitung. Genf ist mit über 250'000 Logiernächen die beliebteste Schweizer Destination für Touristen aus dem arabischen Raum.

In Interlaken führen Hoteliers und Wirte Workshops durch, wie man sich gegenüber den Gästen aus den Golfstaaten verhält – gelernt wird beispielsweise die korrekte Begrüssung von Mann und Frau. Hotels punkten mit Datteln zur Begrüssung und Gebetsteppichen auf dem Zimmer

Kein Zufall, dass sich die Branche um diese Gäste derart bemüht: Sie geben pro Tag mehr Geld aus als alle anderen Touristengruppen: Im Schnitt 420 Franken. Zum Vergleich: Ein US-Tourist gibt 380 Franken aus, ein Deutscher lediglich 130 Franken.

Wie Schweiz Tourismus erklärt, gibt es aber seitens der arabischen Gäste auch Kritik: Weil diese gewöhnt seien, auch an Sonn- und Feiertagen von morgens bis Mitternacht einzukaufen, hätten sie oft wenig Verständnis für die hiesigen Ladenöffnungszeiten.