E-Commerce: Fünf Strategien für den Markteintritt in Asien

Erfolgreiches Marketing in Asien? Stefan Bernauer, Director DACH bei Rakuten Marketing, nennt fünf Strategien, die sich für westliche Firmen anbieten.

Asia

Im Jahre 2030 werden 60 Prozent des weltweiten Konsums der Mittelschicht künftig auf Asien entfallen. Aufgrund der enormen Anzahl potenzieller Kunden, bietet die Region für deutsche Unternehmen enormes Potenzial. Allein in den Städten Chinas leben fast so viele Menschen (300 Millionen) wie insgesamt in den USA (321 Millionen). Südostasien kommt auf 630 Millionen Menschen. «Europäische Produkte finden in Asien grossen Anklang», erklärt Stefan Bernauer, Director DACH bei Rakuten Marketing. «Allein von den Chinesen, der grössten Konsumentengruppe in Asien, interessieren sich zwei Drittel für Produkte aus Deutschland und europäischen Nachbarländern.»
 
Dabei umfasst die so genannte APAC-Region viele Länder und Sprachen und dadurch auch stark variierende Verbraucherbedürfnisse, Gewohnheiten und Verhaltensweisen. Zudem befindet sich jedes Land in einer anderen Wachstumsphase, die jeweils eine marktspezifische Herangehensweise erfordert. «Den Fokus sollten deutsche Unternehmen auf Australien, Neuseeland, Japan, Südkorea und China legen», so Bernauer. «Diese Länder bieten die grösste Gelegenheit für deutsche Unternehmen, denn eine junge Bevölkerung mit steigendem Einkommen zeigt starkes Interesse an Mode, Reisen und Luxusgütern. Bei der Produktauswahl ist ihnen Authentizität sehr wichtig. Zudem sind sie erfahren im Online-Shopping und achten besonders auf den Preis.»
 
Trotz der länderspezifischen Anforderungen gibt es fünf Strategien, die sich für westliche Unternehmen für erfolgreiches Marketing in Asien anbieten:
 

  1. Social Commerce und Inbound-Marketing: Die Omnipräsenz und einfachen Shoppingfunktionen in WeChat, machen das System beispielsweise in China zur zentralen Kommunikationsplattform für die Ansprache von Konsumenten in Asien. Ebenfalls weit verbreitet ist Affiliate Marketing, eine Methode, die sich von Deutschland aus aufsetzen und steuern lässt. Entscheidend ist natürlich, jeweils in der richtigen Sprache zu kommunizieren, um Vertrauen zu schaffen.
  2. Länderspezifische Social Media: Eine Nutzung der wichtigsten Social-Networks in jedem Land ist absolute Pflicht, um die Markenbekanntheit durch Word-of-Mouth anzutreiben. Dazu gehören in Korea beispielsweise KakaoStory, Naver und Daum. In China sind Baidu und WeChat am wichtigsten. Facebook und Google haben in beiden Ländern kaum signifikante Reichweite.
  3. Content und Influencer: Wie auch in Europa reagieren Verbraucher in Asien und besonders in Korea und China sehr gut auf relevanten Content und Produktvorstellungen durch regional bekannte Influencer.
  4. Feiertage: Singles’ Day, Chinese New Year oder die australische Click Frenzy sind wichtige Anlässe, um Konsumenten mit besonderen Angeboten anzusprechen. Diese und andere relevante Shopping-Events sollten unbedingt für Sonderaktionen eingeplant werden.
  5. Mobile und Desktop: Asien ist bereits heute eine Mobile-First-Region, daher müssen die mobilen Kanäle hier besondere Beachtung finden. Dennoch finden die meisten Kaufprozesse geräteübergreifend statt, weshalb sowohl die mobile Präsenz als auch der Desktop-Webauftritt sehr gut und im Zusammenspiel funktionieren müssen.