Der Schweizerische Fussballverband setzt Medienchef Marco von Ah ab

Nach elf Jahren trennt sich der Schweizerische Fussballverband (SFV) von Kommunikationschef Marco von Ah.

marco von ah

Wie der Corriere del Ticino und Tagesanzeiger.ch schreiben, gehen der Fussballverband und der langjährige Leiter Kommunikation per sofort getrennte Wege. Der neue SFV-Präsident Dominique Blanc und Generalsekretär Robert Breiter haben Marco von Ah am Donnerstag mitgeteilt, dass sie fortan auf seine Dienste verzichten.

Die Trennung erfolgt ein Jahr nach der Weltmeisterschaft in Russland, bei der die Nationalmannschaft und die beteiligten Medienverantwortlichen wegen Kommunikationsschwächen harsch kritisiert worden waren. Gemeint ist vor allem der Umgang mit der sogenannten «Doppeladler»-Affäre. Die Kommunikationsabteilung des SFV machte dabei keine glückliche Figur und verpasste es sowohl im Voraus wie auch im Nachhinein, das kommunikative Zepter beherzt an sich zu reissen. Ausserdem wurde kritisiert, dass sich Nationaltrainer Vladimir Petkovic nach dem Ausscheiden vor der Bilanz-Pressekonferenz drückte. Im Anschluss an die WM folgte ein weiterer fataler kommunikativer Ausrutscher, als Generalsekretär Alex Miescher ein Verbot von Doppelbürgern im Team forderte – und dabei nicht einmal darüber informiert schien, dass der gescholtene Captain Granit Xhaka gar nicht zwei Pässe besitzt.

Die Zeitung Corriere del Ticino interpretiert die Trennung als Folge des Heusler-Berichts. Der frühere FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler untersuchte darin die Strukturen im Umfeld der Nati nach besagten Unruhen rund um die WM. In dem im vergangenen November veröffentlichten Bericht hat Heusler zwar auf Personaldiskussionen verzichtet. «Wer ihn kennt, darf aber davon ausgehen, dass er intern Klartext geredet hat» vermutete damals der Blick.

Ein offizieller Nachfolger soll noch nicht bestimmt sein. (hae)