Leo Burnett: Woz controlla l'intelligenza

Die Woz hat den Geheimdienstchef Markus Seiler überwacht. Und machte ihm im Spot von Leo Burnett ein attraktives Angebot. Der Nachrichtendienst schmunzelt – aber schweigt.

Am 5. Dezember erscheint die Sonderausgabe der Woz über Datenschutz, Überwachung und weitere Themen rund um die Privatsphäre. Auch hier berichtet die Woz fundiert und aus allen Blickwinkeln. Sie hat nämlich selbst überwacht – und zwar den obersten Überwacher des Landes, Herrn Markus Seiler, Nachrichtendienstchef des Bundes. Mit einem ganz besonderen Angebot sorgt die linke Wochenzeitung nun für Lärm rund um die Spezialausgabe: Für den Fall, dass der Nachrichtendienstchef die Enthüllungen über seine Person verhindern wolle, soll er die gesamte Auflage einfach aufkaufen. Womit Herr Seiler, steuerbares Einkommen in Höhe von 196'700 Franken, fein raus wäre.

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Screenshot: Markusseiler.ch

 

Die Woz hat daneben in Seilers Namen eine Website ins Netz gestellt. Auf der Seite «Markus Seiler – meine wahre Geschichte» (Link siehe oben) sind Texte, Fotos und Videos zu Herkunft und Werdegang, zu Seilers Privatleben, und sogar – als Verfolgungsjagd inszeniert – zu Seilers Fahrstil publiziert worden.

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Diskussion anstossen

Ziel der Recherche sei gewesen, zu «wissen, was man über einen Menschen herausfinden kann, ohne dass man ihn wissen lässt, dass man etwas über ihn herausfinden will», schreibt die Woz in einem Artikel, den das Blatt am Mittwoch auf seiner Internetseite publiziert hat. «Dies ist die Methode der Geheimdienste mit ihrer flächendeckenden, präventiven Überwachung», schreibt die Woz. Man habe den Spiess umgedreht und die Methode auf den Geheimdienstchef angewendet. Überwachung geschehe mit neusten technologischen Mitteln und stelle die ganze Bevölkerungen unter Generalverdacht.

Nachrichtendienst schweigt

Im NDB herrschte auf der Chefetage am Mittwochabend noch Betrieb. «Wir äussern uns gar nicht zu dieser Geschichte», sagte NDB-Kommunikationschef Felix Endrich auf die Frage, ob der Geheimdienst gedenke, juristisch gegen die WOZ vorzugehen. Im VBS, wozu der Geheimdienst gehört, habe man die Woz-Aktion aber mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen. Seiler hat das Angebot, die gesamte Aufgabe der linken Zeitung aufzukaufen, nicht angenommen. «Herr Seiler hat die glorreiche Gelegenheit dazu verstreichen lassen», sagte Stefan Howald von der Woz gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. (PD/SDA)

Responsabile del giornale settimanale: il collettivo del Woz. Responsabile presso Leo Burnett Svizzera: Fabian Windhager, Barbara Hartmann, Pablo Schencke (Kreation), Johannes Raggio, Peter Brönnimann (ECD), Nino Zuberbühler (Beratung), Erasmo Palomba (Art Buying), Plan B (Filmproduktion).

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